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Hier sind wir wieder, zurück mit meinem inneren Kind. Das innere Kind hüpft durch den Raum. Total, total.
Aber was mich immer noch stutzig macht ist, kann man wirklich sein inneres Kind in der Paarbeziehung heilen? Das ist, glaube ich, so ein bisschen die zentrale Frage, die ich heute mit dir klären möchte. Oder mache ich meinen Partner eigentlich für irgendwas verantwortlich, wofür er ja gar nichts kann? Ich komme ja jetzt hier rein und habe irgendwelche Verletzungen und Wunden und die projiziere ich auf meinen Partner. Und für mich ist es so ein bisschen übergriffig zu sagen, ja, du bist jetzt dafür verantwortlich, mein inneres Kind mit mir zu heilen.
Aber du hast ja ein ganz interessantes Konzept entwickelt. Ja, es ist auch mega übergriffig. Es ist ja mega übergriffig, von einem anderen zu erwarten, dass er einen dann heilt.
Das geht ja irgendwie gar nicht. Aber auf der anderen Seite sagst du, es ist perfekt. Ja, es ist perfekt.
Du kannst ja im Prinzip, das ist ja mit der Liebe immer so, die ist ja freiwillig. Also du kannst ja nicht erwarten, jetzt lieb mich, jetzt küss mich. Jetzt schlaf mit mir.
Also so klar kann man machen, aber dann kommt mal das, was man will. Das kann man ja so gar nicht kriegen. Also kannst du auch nicht hingehen und sagen, heil mein inneres Kind.
Gleichzeitig ist es ja so, dass eine Paarbeziehung das absolute ideale Set ist, damit wirklich Heilung, innerpsychische Heilung stattfindet. Es gibt ja eigentlich gar nichts Besseres. Weil sonst müsstest du mit einem Therapeuten machen.
Und ich glaube, da hatten wir ja auch so diese Beispiele. Immer der Therapeut. Immer der Therapeut, ja.
Da muss man den Therapeut sehr sexy finden. Also funktioniert gar nicht. Also geht gar nicht.
Aber oftmals versteht man ja auch gar nicht, dass da eben gerade das innere Kind in einem agiert. Also ich fand es auch immer so bezeichnend, ich werfe dir irgendwas vor, dass du was falsch machst. Du wirfst mir so häufig Dinge vor, dass ich was falsch mache.
Ich finde das echt nicht in Ordnung. Das ist echt nicht in Ordnung. Aber wahrscheinlich kannst du gar nichts dafür.
Du brauchst nichts. Das hat ja ein ganz anderer Mensch in mir ausgelöst. Genau, das ist ja quasi die erste Differenzierung.
Dass du halt erstmal hingehst und sagst, das ist ja erstmal so ein Realitätscheck. Das heißt, du erlebst es innen drin. Und weil du es innen drin erlebst, ist es für dich ja so.
Also du hast ja als Mensch gar nichts anderes als dein inneres Erleben erstmal. Das heißt, du fühlst dich tierisch verletzt. Du bist total wütend.
Und du siehst den anderen direkt vor deiner Nase. Und er war es. Und da kommt ja die erste Differenzierung.
Ist es quasi etwas, wo ich daran erinnert werde? So ähnlich wie so eine eiterne Wunde, muss ich dir das vorstellen. Die ist schon die ganze Zeit eitrig. Der andere streichelt dich nur, tut schrecklich weh.
Und dann ist er der, der es hervorgerufen hat. Also die erste Frage ist, kommt das aus meiner Vergangenheit? Und ich werde da nur berührt von meinem Partner, also getriggert. Oder tut er mir wirklich weh? Oder ist es eine Mischform? Das ist erstmal das erste Ding.
Weil wenn der andere mir das wirklich antut, dann muss ich ja ganz anders damit umgehen, als wenn er mich erinnert. Wenn er mich erinnert, habe ich die Chance zu heilen. Wenn er mir wirklich wehtut, dann habe ich gerade etwas Toxisches und damit muss ich mich abgrenzen.
Und das ist die erste Frage. Das stelle ich mir schwierig vor, da zu differenzieren. Ja, deswegen macht man ja Therapie.
Deswegen hat man ja so einen Kerl, der da rumsitzt und sagt, Moment, Augenblick, lass mal draufgucken. Also man kann es nicht alleine lösen, oder? Doch, ein Stück weit schon. Natürlich, ein Stück weit kannst du schon mal.
Also erstmal ist es ja sozusagen so. Du kannst ja einfach gucken. Die erste Frage ist eigentlich die Frage der Verhältnismäßigkeit.
Also ist es eine Biene, die mich sticht? Oder bin ich in einer lebensgefährlichen Situation? Ein anaphylaktischer Schock heißt quasi, du hast eine generalisierte Entzündung am ganzen Körper. Alles quillt auf. Dabei war es nur eine Biene.
Das ist nicht verhältnismäßig. Oder ihr seid irgendwie unterwegs in Venedig und dein Partner küsst dich auf der Rialdo-Brücke nicht richtig. Oder ganze Ferien gehen.
Ist das verhältnismäßig? Ich weiß nicht. Also das heißt, du kannst einfach gucken, sind deine Gefühle der Situation oder das, was dein Partner macht, angemessen? Oder er sagt dir zum wiederholten Mal, dass du irgendwie nicht ganz sauber tickst und ein bisschen bescheuert bist. Und das ist ja wohl irgendwie was, was jeder andere auch kann.
Klar bist du dann verletzt und sauer und der Urlaub fällt eventuell ins Wasser. Weil das ist ja real. Das hat dir ja wirklich was Gemeines, Fieses zu dir gesagt.
Also das hat dann nichts mit dem inneren Kind zu tun? Es hat schon was mit dem inneren Kind zu tun, dass du dich dann verletzt fühlst. Vielleicht haben deine Eltern dich auch genauso behandelt. Aber dann ist es ja berechtigt.
Dann sagt man, nee, da ist nichts zu heilen. Das ist ein falsches Verhalten. Und darum geht es ja erstmal, das zu differenzieren.
Und der springende Punkt, den ich machen wollte, es geht um die Verhältnismäßigkeit. Ist es verhältnismäßig? Und das kannst du ja quasi auch ohne Therapeut machen. Und das Zweite ist, wenn du eine wirklich gute Beziehung zu deinem Partner hast, und man wirklich zusammen an solchen Dingen arbeitet, was ja alle Paare bei mir irgendwann tun, dann kannst du dich ja auch gemeinsam darüber verständigen.
Du kannst ja gemeinsam sagen, sag mal, ist das jetzt mein inneres Kind oder hast du mir wirklich wehgetan? Und wenn du wirklich in der Liebe zu deinem Partner bist, dann sagst du auch, stimmt, das war jetzt wirklich doof. Oder du sagst, guck mal, das passierte da, beim Himbeerpflücken im Garten war das sozusagen, als wir auf der Autobahn waren. Und als du morgens die Kinder... Hattest du das auch? Oder guck mal, ich kenne doch deine Mutter.
Deine Mutter und so, dann ist das... Siehst du, das ist doch eine ganze Linie. Das Zweite, was man machen kann, ist, du kannst es zurückverfolgen. Du kannst aber sagen, du folgst dem Gefühl.
Du nimmst nur das Gefühl. Woher kennst du das? Genau, das ist die Frage. Woher kennst du das? Und dann kann man gucken, hat mich mein Vater irgendwie auch so behandelt? Oder hat mich meine Mutter so behandelt? Oder wie gehe ich dann genau vor? Genau, dieses Woher kennst du das? Ich habe ja lange Zeit ein bisschen davon reingewohnt.
Und dann sind ja... Früher war das ja so, da sind ja immer alle Fische gestorben mit irgendeinem BSF, was da reingelassen hat. Und dann immer sozusagen, wo kommt das her? Also man verfolgt die Spur des Flusses zurück. Und das ist so eine ganz tolle chronologische Aufgabe.
Du gehst in deiner Chronologie zurück und du folgst nur dem Gefühl. Also man folgt nicht den Tatsachen, sondern nur diesem inneren Gefühl. Woher kenne ich dieses Gefühl? Und du folgst es immer weiter zurück.
Immer weiter zurück. Immer weiter zurück. Meistens landet man in der Kindheit dann.
Oder es bricht irgendwo ab. Und man sagt, ich kenne das erst seit ich diesen Partner habe. Da muss man natürlich auch gnadenlos ehrlich sein.
Wenn man sich da einen vorflogen kann, dann ist es immer der Partner gewesen. Aber du kannst es immer weiter zurückholen. Nur das Gefühl, das Gefühl, das Gefühl.
Und dann merkst du, das war irgendwie in der Schule schon so. Da habe ich mich immer gedisst gefühlt. Dann irgendwie den Eltern irgendwie.
Dann habe ich mich so beschämt gefühlt, als wir damals in Frankreich waren. Und ich hatte mir in die Hose gepullert. Dann haben meine Eltern sich über mich lustig gemacht.
Also du kannst es rückzuverfolgen. Und dann kannst du sagen, dieses Gefühl zieht sich die ganze Zeit los. Und dann hast du die Chance, wenn du so weit bist, kannst du sagen, jetzt möchte ich das mit dir in meiner Beziehung heilen.
Und dann hast du das Idealzettel. Also das sind die zwei Parameter. Verhältnismäßigkeit und ist es rückzuverfolgbar.
Aber ist es eigentlich immer nur eine Reaktion? Also beispielsweise, er hat mich nicht an der Brücke geküsst, was du jetzt hattest. Das geht gar nicht, oder? Hatte ich neulich mit einer Frau. Die hätte so wenig Rosen geschenkt gekriegt.
Das ging gar nicht. Aber ja, bleiben wir mal bei dem Beispiel. Ist das denn ein inneres Kind, was dann sich nicht gesehen fühlt? Oder ist es einfach nur, ich habe eine Vorstellung.
Vorstellung und Realität gehen nicht so zusammen. Es kann ja auch aus den Medien sein. Also ich bin ja mit Hollywood aufgewachsen.
Sprich, es war ja immer alles perfekt. Happy End. Da war ja immer der Ritter, der halt kam und alles perfekt und dich auf Händen getragen hat.
Das ist ja, weil wir jetzt gerade bei dem weiblichen Teil bleiben. Also wenn ich jetzt nicht genug Rosen habe. Wo wollte ich jetzt hinaus? Dann hast du dich in deinen Rosen verloren.
Ist es was Mediales? Sprich, ist es von der Kultur kulturell geprägt, dass ich so aufgewachsen bin? Und deswegen bin ich der Meinung, mein Mann muss sich so verhalten, muss mir halt genug Rosen schenken. Oder ist es wirklich was in der Kindheit? Ich wurde vielleicht nicht gesehen, mein Vater war nicht da. Und jetzt, wenn du halt eine Kleinigkeit, die mir zu wenig Aufmerksamkeit schenkst, nicht machst, fühle ich mich angegriffen.
Ja, das ist eigentlich alles, was du gesagt hast. Also einmal hast du ja quasi so was wie so aufgeladene Momente. So was wie Weihnachten, Geburtstag, Walddienstag.
Das ist so ein aufgeladener Moment. Wo du sagst, jetzt geht es um mich. Und dann erwarte ich auch, dass es wirklich um mich geht.
Und wenn du sagst, diese Rosen sind extrem wichtig für mich. Das ist mein Symbol, Symbolkategorie, mein Symbol, dass ich geliebt werde. Oder mein Mann schenkt mir dann so einen Prilly.
Das ist mein Symbol. Und wenn du dann das Symbol nicht kriegst, dann ist es nicht erfüllt. Und dann passiert natürlich das, dass du natürlich, wenn du im Prinzip einen Abendzusammenbruch kriegst oder vollkommen traurig bist, weil du nicht richtig geküsst wurdest, der Abend nicht so romantisch war.
Man fährt in den Urlaub und dann hat man da 8.000 Euro hingeschmissen. Und ist dann jetzt an diesem Traumstrand. Und es läuft nicht.
Es ist ja diese enttäuschte Erwartung. Und dann, kurze Frage. Wie alt bist du, wenn du an diesem Traumstrand hockst und es nicht so doll ist, wie du es dir vorgestellt hast? Ja, wahrscheinlich 5, 6 oder so.
Das wäre die dritte Frage. Wie alt bist du? Die Regression, oder? Ja, die Regression. Du fällst ja zurück in eine frühe Bewusstseinsstufe.
Und dann ist einfach die Frage, wie alt bist du? Ist die Reaktion wie eine erwachsene Frau oder ein kleines Kind, was sich vorne beim Supermarkt auf den Boden schmeißt. Ich will aber mein Süßes. Ich will meine Rose.
Jetzt will ich den schönen romantischen Abend. Und das hast du extrem viel. Also mit dieser Frage kannst du eigentlich alle Beziehungen durchscannen.
Und du findest überall, immer wieder, ganz wenig erwachsene Leute. Vor allem bei Frauen, oder? Kann man das so sagen? Nein, die Männer haben eine andere Art damit umzugehen. Die verschließen sich dann.
Die sagen dann nichts. Die müssen noch in einem Keller aufräumen. Oder mit der Bohrmaschine was tun.
Die müssen in das Auto putzen gehen. Die werden eher stumm. Die verschließen sich.
Die Frau ist eher laut und kommuniziert das. Der Mann eventuell auch. Aber Männer haben das genauso.
Nur die sind dann halt kommunikativ eher konservativ. Ich verstehe es dann so, die Reaktion ist vielleicht nicht unbedingt kindlich. Das kann schon sein.
Du hast eine Vorstellung. Realität und Vorstellung gehen auseinander. Aber wie ich dann darauf reagiere, das ist dann das Kindliche.
Wie gehe ich damit um? Indem ich dann ausraste oder schreie. Oder mich zurückziehe. Was wäre die erwachsene Reaktion? Dass du ganz normal mit deinem Partner redest und sagst, pass auf, ich hätte mir jetzt einfach die Rosen gewünscht.
Ich habe mich jetzt irgendwie enttäuscht. Ja, du kannst ja auch enttäuscht sein. Man kann ja auch wütend sein.
Das ist ja auch okay. Das innere Kind ist ja erstmal vollkommen okay. Aber das kann ja total enttäuschen sein.
Jetzt habe ich mich da so drauf gefreut. Es ist mein Tag und du machst dir einen Kopf dazu. Es ist auch häufig die Frage, wie kommuniziere ich das? Du hast ja nicht nur das innere Kind.
Du hast ja auch einen inneren Erwachsenen. Und der innere Erwachsene ist ja einfach ein ganz, ganz wichtiger Teil davon, das innere Kind nach außen zu vertreten und das auch zu moderieren. Da sagen, ich bin enttäuscht.
Und das soll der andere ja auch wissen. Das tut mir weh. Wenn ich merke, es ist noch nicht mal wichtig, dass du losläufst und wirklich schöne Rosen kaufst.
Und holst mir da so olle Dinger bei Rewe. Das erlebe ich so häufig. Ich verstehe die Männer gar nicht.
Wie kann man überhaupt auf die Idee kommen, wenn die Frau Geburtstag hat, drei Dinger für einen Euro zu bündeln und sagen, verstehe ich überhaupt nicht. Ich weiß genau, ich kenne jeden einzelnen Blutenladen in Potsdam und ich weiß genau, wo es welche Rosen gibt. Wenn ich zu meiner Mutter fahre, die kriegt immer so einen Riesenstrauß.
Natürlich, Mama hat nicht geboren, natürlich kriegt die so einen Riesenstrauß. Ich bin zwar kein Italiener, aber trotzdem kriegt die immer Blumen. Damit meine Schwester da nicht sauer wird, kriegt die auch noch Blumen.
Das ist doch normal. Ja, total. Dass man dann enttäuscht ist, ist ja total normal.
Dann kommt aber der Punkt, wie kommuniziere ich das, wie gehe ich damit um. Ich habe diese Gefühle, und dann kommt der innere Erwachsene und sagt, pass auf, ich vertrete das. Und der andere sagt, das ist wirklich schlimm für mich.
Ich fühle mich nicht gewertschätzt von dir. Das ist noch nicht mal auf die Kette gekriegt, dir einfach mal mit drei, vier Blumenläden reinzulaufen, um mal zu gucken, wo es wirklich geile Rosen gibt. Und dich auch mal damit zu beschäftigen, wie lange die Dinge halten.
Nicht, dass die am nächsten Tag schon wieder platt sind, weil du Trottel dich noch nicht mal damit beschäftigst. Und das ist ja bei einer Frau umgekehrt genauso. Da ist der Mann und sagt, lieber, schenkst du mir jetzt eine Bohrmaschine, das ist eine Billigfirma, das Ding ist im Arsch, bevor ich die erste Schraube reingedreht habe.
Da kannst du dich einfach mit beschäftigen, was eine gute Bohrmaschine ist. Dass man sich wirklich einen Kopf macht für den anderen, auch wenn es einen überhaupt nicht interessiert. Das hat ja was mit Liebe zu tun.
Du bist mir wichtig und ich beschäftige mich mit dem, was dir wichtig ist. Habe ich früher immer erzählt, diese Kunstausstellungen. Ich war auf unglaublich vielen Kunstausstellungen, moderne Kunst.
Aber ich habe mich da halt mit beschäftigt. Ich war in diesen ganzen Museen. Ich habe mir das alles angeguckt.
Ich habe mit diesen ganzen Künstlern geredet. Auch wenn es überhaupt nicht mein Ding ist, ein grünes Quadrat auf blauem Hintergrund. Weißt du so.
Aus Liebe. Ja, aber es hat auch was gebracht. Und ich habe es ja auch bereichert.
Ich habe ja auch was gelernt. Total. Der Erwachsene, du brauchst diesen inneren Erwachsenen, der dann damit umgeht.
Du kannst auch sagen, der Abend ist für mich gelaufen. Das war wirklich scheiße. Diese Gefühle, absolut okay.
Die auf den Boden zu schmeißen, oder den ganzen Abend, ja. Aber am Ende geht es ja darum, dass man in ein erwachsenes Gespräch geht. Und das ist auch wirklich doof von mir.
Ich glaube, es ist auch für unsere Zuschauer zu Hause nochmal wichtig, dann zu differenzieren. Wir waren ja so ein bisschen auf der Reise. Wo kommt dieses Gefühl her? Dass man da auch nochmal differenziert.
Okay, wenn ich meinen Partner erwachsen kommuniziere, ich möchte es anders. Ich möchte halt die Rosen. Der aber wiederholt darauf nicht reagiert, dann hat das nichts mit meinem inneren Kind zu tun, sondern hat da vielleicht einfach kein Interesse an mir.
Richtig. Auf jeden Fall ignoriert er das. Man kann auch sagen, er hat super viel zu tun.
Aber dann bist du in der Priorität, definitiv weiter unten. Er interessiert dich nicht wirklich. Es hat keine Prio.
Das ist einfach nicht wichtig. Aber das wäre für den Partner, der auch wieder reagiert, ich habe im Job 12 Stunden, dann habe ich noch eine Stunde Autobahn. Dann steht es mir bis hier.
Wie soll ich denn da noch Rosenlesen abklappern? Das schaffe ich nicht. Das habe ich einem Freund delegiert, der hat das leider falsch gemacht, tut mir leid. Da kann man ja auch wiederum sagen, ich schaffe das gerade nicht.
Ich weiß, es ist dir wichtig. Aber das ist etwas ganz anderes, wenn du einfach sagst, ich weiß, es ist dir wichtig. Ich hätte es gerne gemacht.
Ich kriege es gerade nicht auf. Mein Workload ist bis hier Oberkante. Du weißt, wie meine Firma gerade steht.
Ich schaffe das gerade nicht. Ich kann meiner Sekretärin den Auftrag geben. Aber ob die den dann sauber erledigt, weiß ich auch nicht genau.
Aber das ist etwas ganz anderes, als einfach nur hier von Rewe 3,5 Punkte Rosen. War ein Sonderangebot. Aber jetzt gibt es natürlich auch andere Streitthemen.
Wir sind auf sehr low Level. Aber ich wollte einfach ein bisschen einsteigen, dass wir nochmal gucken, dass die Leute zu Hause wissen, dass man dieses Gefühl auch differenzieren kann. Was ist wirklich ein inneres Kind? Und was ist vielleicht ein Kommunikationsfehler? Aber das haben wir jetzt ganz gut rausgearbeitet.
Aber trotzdem gibt es ja Streitigkeiten, die auch mit der Kleinigkeit anfangen. Und es eskaliert einfach extrem. Wow, das ist richtig cool.
Das ist so geil. Und dann denkst du halt auch so, was ist jetzt passiert? Ja genau. Das ist richtig toll.
Das ist wie so, du kennst es mit diesen Domino-Steinen. Dieser Domino-Effekt. Und das ist ganz häufig, wenn zwei gegenseitig getriggert sind.
Also wenn man sich in seinen Triggern gegenseitig verhakt. Was wäre das als konkretes Beispiel? Dass man sich gegenseitig in seinen Triggern verhakt? Da müssen wir nochmal ein kleines Stück zurückgehen. Das heißt, wir haben ja alle in uns quasi ein inneres Kind.
Und dieses innere Kind hat ja immer irgendwelche Schattenseiten, irgendwelche Sachen, die schwierig sind. Und dann werden wir durch bestimmte Situationen daran erinnert. Und was dann ja passiert, und das ist ja überhaupt das Problem an der ganzen Sache, wir werden im Alter, wir werden quasi innerlich, innerlich, äußerlich bleibt ja der Mann hier sitzen, innerlich werden wir jünger, jünger und jünger und das Kernding, was passiert, wir verlieren Ressourcen.
Also wenn ich 4 Jahre alt bin, habe ich nicht mehr die Möglichkeiten, die ich als 56-jähriger Mann habe. Und das ist das Problem. Das ist das eigentliche Problem überhaupt mit dem inneren Kind.
Das innere Kind ist vollkommen okay, die Gefühle sind okay, aber wir verlieren einfach an Ressourcen, weil der Erwachsene quasi verschwindet. Und wenn das jetzt bei beiden zeitgleich passiert, dann haben wir gar keinen Erwachsenen mehr im Raum. Dann haben wir da nur noch zwei Kinder.
Oder Paartherapeuten vielleicht. Sei denn, der hat auch noch eine Regression. Dann sitzen alle drei da rum.
Und das ist total spannend. Das ist super, super spannend. Stell dir eine Situation vor, du bist auf einem schönen Wochenende mit Freunden, und du kannst beobachten, wie sozusagen in einer bestimmten Konstellation, die dann irgendwann stattfindet, alle in die Regression rutschen.
Drei Personen rutschen in die Regression. Der eine rutscht runter und du kannst sehen sozusagen, du hast da die erwachsene Person am Tisch, und gleichzeitig kannst du beobachten, wie die quasi zum Kind wird und anfängt nur noch kindlich zu reagieren. Mit dem, was sie da hat, wird beim nächsten getriggert, dass der auch anfängt, in das innere Kind zu rutschen und fängt auch nur noch an, kindlich zu reagieren.
Und das löst dann beim dritten das wieder aus. Das heißt, du hast am Ende was wie so eine doppelte Realität. Du hast die Erwachsenen, die sitzen da am Frühstückstisch, haben irgendwie alle ihren Doktortitel und so weiter, und darunter hast du dann einfach kleine Kinder am Tisch.
Und da kommt auch gar keiner mehr raus. Die verhaken sich dann so. Die verhaken sich total.
Das ist dann am Ende, die sitzen im Sandkasten, und alle haben ja die Schippe auf dem Kopf. Und da kannst du, und das ist das, wenn diese Eskalationsspiralen beginnen, da sind beide quasi gegen, und das haben ganz viele Paare an irgendeinem Punkt, das ist jetzt auch nicht weiter wild, das ist halt einfach so, aber es ist halt extrem wichtig, diese Loose-Loose-Spiralen, so nenne ich das, also sich gegenseitig runterbringen, diese Loose-Loose-Spiralen zu identifizieren und zu gucken, wo ist der Ausstieg. Weil der Ausstieg ist meistens relativ am Anfang, weil wenn du einmal zu weit unten bist, ist das schwierig.
Dann bist du einmal 5 oder 6 Jahre, aber du kannst natürlich auch 14 Jahre sein, 17 Jahre oder so. Wenn du merkst, zum Beispiel, weißt du, in der sehr wilden 17-jährigen Phase, das merkt man ja auch selber, ich bin ja jetzt wie so ein 17-Jähriger. Also ich merke ganz häufig, ich bin wie so ein 17-, 18-Jähriger.
Wenn wir nicht denken, ist mir doch scheißegal. Dann habe ich das immer gedacht, wir haben jetzt 17, 18, ich mache einfach, ist mir doch scheißegal. Aber das denke ich auch jetzt.
Aber dann weiß ich, ich bin gerade 17. Dann sollte ich zum Beispiel nicht unbedingt in Gespräche mit meiner Vermieterin gehen. Ist mir doch scheißegal.
Funktioniert nicht. Wenn ein Paar jetzt an den Punkt gelangt, wie kommen sie jetzt da raus? Wie ist der nächste logische Schritt in den Phasen? Das ist natürlich wirklich so ein Ding. Du brauchst ja immer, um aus sowas rauszukommen, du brauchst ja Bewusstsein.
Das ist ja der Punkt. Wenn du das bewusst hast, ich kann dir vielleicht noch eine schöne Geschichte erzählen. Ich mache das total gerne mit den Paaren in meiner Therapie, dass sie wie so ein Zyklus durchlaufen.
Das heißt, du kommst ja den ersten Trigger, der das dann auslöst. Und dann rutscht du ja quasi phasenweise immer tiefer. Dann kommen bestimmte Verhakungen.
Und dann irgendwann kommt man ja auch wieder raus. Irgendwann wird es auch wieder besser und man verträgt sich wieder. Viele Paare, wenn die da so einen eingefahrenen Zyklus haben, und die meisten Paaren haben irgendwann so einen eingefahrenen Zyklus, weil man einfach so konditioniert ist, dann wiederholt der sich ja.
Der wiederholt sich und der wiederholt sich und der wiederholt sich und der wiederholt sich. Das heißt, wir haben so eine Art konstante Loose-Loose-Spirale. Und die gehe ich dann mit meinen Paaren durch und lasse sie auf drei Ebenen aufzeichnen.
Erstmal überhaupt, was passiert praktisch? Diesen ganzen Zirkel einmal durch. Dann, was erlebt der Mann? Das kommt meinetwegen nach innen in einer Farbe reingeschrieben. Das mache ich als ein Flipchart.
Und einmal was erlebt die Frau? Also mal gucken, wer erlebt was. Und dadurch, dass sie diesen gesamten Zyklus für sich haben, dann lasse ich am Ende den mit dem Zeiger rein, also richtig als Uhr, und lasse das bei denen ins Wohnzimmer hängen. Und dann können die quasi, das geht ja meistens über Tage sowas, also meistens nicht ein paar Stunden, sondern wenn du wirklich schön verhackst, so ein Zyklus, da kann ja mal eine Woche oder zwei gehen.
Also wenn du so richtig solche großen Zyklen hast. Kann ja auch nur ein paar Stunden gehen, aber meistens sind die eher größer, diese Zyklen, wenn es eine richtige Loose-Loose oder wenn es dann auch toxisch wird. Also gerade in toxischen Sachen.
Das hat aber ganz viel mit dem inneren Kind zu tun, weil du rutschst dann runter ins innere Kind. Du bist dann nicht mehr erwachsen und hast auch nicht mehr die Kontrolle und dann kannst du auch nichts mehr tun, so richtig. Und dann lasse ich die quasi den Zeiger gemeinsam, diesen Zeiger, immer weiter rutschen und sagen, jetzt haben wir gerade eine gute Phase, jetzt kommt der Trigger, jetzt wird es richtig negativ, jetzt fange ich an, dich böse zu verletzen, jetzt ziehst du dich zurück, jetzt muss ich wieder das Schlafzimmer verlassen, jetzt tut es dir total leid, jetzt kommt der Verwöhnungssex, jetzt bringe ich dir ganz viele Rosen.
Ach, der eine muss für den anderen das machen? Nee, beide zusammen. Es ist immer eine Kooperationsarbeit. Weil wenn das nur einer machen würde, wäre das ja übergriffig.
Dann würde das ja zu einem Machtinstrument werden. Man muss ja extrem aufpassen, dass das Paar das wie ein gemeinsames Spiel begreift. Ich habe auch neulich Paare dazu quasi ein Spielbrett entwerfen lassen.
Weil das ja im Prinzip, es ist ja immer das gleiche. Es ist immer das gleiche. Immer das gleiche Muster.
Genau. Die ganzen toxischen Muster. Ich bin der Vermeider, ich bin der Hinterherlauber.
Aber das hat ja im Prinzip jedes Paar. Und dieses Spiel einfach nur zu verstehen und sich bewusst zu machen, führt bei vielen Paaren einfach dazu, dass sie raus sind. Also nur das Bewusstsein, nur das Bewusstsein dazu.
Ich sage dann immer, nur beobachten, auf keinen Fall was ändern, ihr sollt es nur durchlaufen, führt aber ganz häufig dazu, dass die Paare am Ende sagen, ist heute nie wieder vorgekommen. Also das Bewusstsein sorgt dafür, dass wir rauskommen. Das ist wirklich faszinierend.
Und vor allem dieses minutiöse Durchgehen, das ist so abgefahren. Vor allem wenn du das mit den Paaren zusammen machst. Das hat ja ganz viel mit Humor zu tun.
Du siehst dich ja selber wie so ein halb kaputten Roboter. Du bist ja selber so voll der Depp. Und jetzt werde ich wieder toxisch.
Jetzt mache ich sie so richtig runter. Jetzt denke ich, jetzt reicht es. Jetzt bist du so dran.
Und dir das bewusst zu machen, das gegenüber deiner Partnerin und deinem Therapeuten zuzugeben und sagen, das mache ich dann erst mal drei Tage. Und dann tut es mir schrecklich leid. Vier Tage tut es mir schrecklich leid.
Dann kämpfe ich, dann will ich wieder ein Schlafzimmer. Dann kommt der Versöhnungshex. Ja, ich schlafe dann mit ihm, weil er mir so leid tut, der arme Kerl.
So, damit er sich wieder männlich fühlt. Wie toxisch ist das? Aber das halt quasi sich wirklich richtig klar zu machen und das gemeinsam auf so ein Blatt zu schreiben und dann so ein Zeiger zu stellen, wo bin ich jetzt? Das ist ja im Prinzip nichts weiter, wie wenn du Wetter beobachtest. Du beobachtest ja quasi das Wetter, also die Gefühle, deine Zustände in dir.
Das ist ja wie eine Meditation. Das heißt, du bist das Meditationsobjekt und guckst dir deine schrägen Zustände Regression, inneres Kind, runterfallen, Entsprühe entwickelt. So, und dann kommt dir der nächste Punkt.
Wenn du das hast, wird es ja richtig, richtig spannend. Dann kannst du ja gucken, und das passiert bei den Paaren auch fast automatisch. Dazu muss ich mit dem fast gar nicht arbeiten.
Woher kennst du das? Jetzt kommt, woher kennst du das? Ja, und dann bumm, zack, bam, und dann bist du wirklich in deiner Kindheit. So, und dann kommt der Punkt, wo man sagt, jetzt kann man das als Paar heilen. Jetzt wird es spannend.
Weil jetzt kommt nämlich das, wenn deine Eltern mit dir immer so umgegangen sind, dann kommt die Phase, wo der Partner sozusagen sich antizyklisch verhält. Das heißt, wenn deine Eltern immer gesagt haben, oder mehr Leistung, ganz viel Leistung sozusagen, reicht noch nicht, oder, na ja, da muss ich doch nicht loben, hätte ich doch eh erwartet. Also von meiner Tochter hätte ich ja nichts anderes erwartet.
Du schwitzt, schwitzt, schwitzt, schwitzt, ja. Dann kommt, dass der Partner sich antizyklisch verhält wie die Eltern. Das ist ja normalerweise in Therapie immer stattfindet.
Das heißt, du hast ja eine Übertragung auf den Therapeuten, das heißt, du überträgst deine Projektion deiner Eltern auf den Therapeuten. Das macht man in der klassischen Tiefenpsychologie, also wir sind jetzt so bei Freud, Adler, so bei den Anfangen der Psychotherapie. Das ist ein ganz normales Vorgehen.
Und das machst du aber mit deinem Partner. Und dein Partner ist dann an dem Punkt zum Beispiel liebevoll, wo deine Eltern nicht liebevoll waren. Hat Verständnis für dich, wo deine Eltern kein Verständnis für dich hatten.
Sagen, du, Leistung ist nicht wichtig, ich hab' dich auch so lieb. Und das ist aber etwas, was dann auch schwierig ist anzunehmen. Das ist ganz schwierig anzunehmen, weil da gibt's so eine Schutzschicht, weil man ja dann an den Schmerz rankommt.
Also wenn man das dann, das Paradoxe ist, wenn man endlich das bekommt, was man seit Jahrzehnten nicht gekriegt hat, so mit 56, kriegt man endlich das, was man schon mit 3 Jahren hätte haben wollen oder mit 5 Jahren oder mit 7 Jahren oder mit 12 Jahren. Endlich kriegt man das. Und in dem Augenblick, wo man das kriegt, wo das sozusagen aufs Herz trifft, dann bricht der ganze Schmerz nochmal raus.
Und das ist ganz wichtig für die Paare zu verstehen, dass dieser Schmerz ist ein Heilschmerz. Also das ist sozusagen so wie weinen, das kommt raus, das wird ausgeschieden. Damit das Gute rein kann.
Und diesen Schmerz vermeiden ganz viele Menschen und deswegen können sie sich an dem Punkt nicht weiterentwickeln. Wenn man das aber zusammen macht oder in einem therapeutisch begleiteten Set, dann ist das super. Und dann können Paare in sich einfach einen unglaublich tollen Heilprozess hinlegen, gerade weil sie es von ihren Eltern nicht gekriegt haben.
Und häufig sucht man sich ja Partner aus, um das zu heilen. Das wäre meine nächste Frage gewesen. Warum habe ich jetzt überhaupt dann den Partner gewählt, wenn das ja wieder unterbewusst in mir triggert? Ja.
Aber gut, du hast es schon beantwortet. Nein, nein, habe ich noch gar nicht beantwortet. Da kommt noch.
Okay. Damit du es halt heilen kannst. Das wäre jetzt der Oberbegriff gewesen.
Also überhaupt, dass du dir so jemanden aussuchst, weil ich jetzt an mich denke, also habe ich bestimmt auch, aber bewusst, muss ich sagen, habe ich mir eigentlich einen Partner ausgesucht, der eben nicht wie mein Vater ist, weil ich das ja genauso gesehen habe und das eben nicht wollte. Vielleicht sollten wir das nicht vor der Kamera diskutieren. Aber ja, genau.
Wie läuft dieser Mechanismus? Warum? Warum suchen wir uns dann denjenigen, der das ja wieder in uns hervorhebt? Also ich würde sagen, an dieser Stelle machen wir jetzt mal kurz einen Cut, weil es ist doch ziemlich viel an Thematik. Und ich würde sagen, wir hören uns dann nächste Woche nochmal. Aber wenn ihr jetzt schon merkt in der Folge, boah, das könnte für meine Freundin, für meinen Arbeitskollegen oder Kollegin interessant sein, dann teilt doch bitte gerne den Podcast.
Wir stecken ja so viel Arbeit und Energie rein und wir möchten einfach, dass es so viele Leute wie möglich erreicht. Und es ist einfach auch ein schöner Energieaustausch. Man denkt irgendwie, während man was hört, es bringt einem selber was, aber man denkt auch, ach Mensch, der Person könnte es vielleicht auch weiterhelfen.
Genau, das ist ja der Grund, warum wir das erzählen. Meine Sache war immer, ich habe gesagt, Mensch, es ist so schade, was ich in der Paartherapie erlebe, dass es immer nur die Paare kriegen, die mich jetzt buchen. Und es sind am Tag ja halt nur vier Paare.
Das ist eine unglaublich begrenzte Ressource. Und deswegen habe ich gesagt, Mensch, lass uns doch mal erzählen, dass einfach mehr Menschen mitkriegen, was eigentlich möglich ist und was sie aus ihrem Leben machen könnten. Und bei mir ist es immer so, wenn ich Podcasts höre und ich denke an irgendjemanden, dann schicke ich mich auch mal sofort zu und denke, ey, und dann geht auch mal so eine schöne Kommunikation.
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