Falk, stell dir vor, du fährst so einen richtig geilen Abend. Feierst, hast die Menschen um dich herum, die du liebst. Und trotzdem innerlich so ein Gefühl, ich will hier nur weg. Wow, das ist echt schlimm. Ist krass, oder? - Ja, so einsam. Man hat ganz viel um sich herum, also totale Fülle im Außen. Genau. - Und innen drin ist man toteinsam. Das meinst du? - Ja, und auch so ein Zwiespalt. Du solltest dich wohlfühlen. Du hast deine Lieben um dich herum, Du hast Wärme um dich herum.
Eigentlich total der perfekte Moment. Aber dann schlägt irgendwas in dir um. Du weißt, du denkst, es ist eigentlich vollkommen genial und bist aber innen im Total-E-Land. Und irgendwie so eine Stimme sagt in deinem Kopf, das hält hier nicht, ich muss hier irgendwie weg. Verrückt. So richtig zerstörend. Wow, das ist schlimm. Aber da wollen wir gleich mal einsteigen.
Erst mal herzlich willkommen zurück. Wir sind zurück aus unserer Sommerpause. Frisch. Falkweian Indian unterwegs. Oh Gott, mein Gott, mir im NDR. Ich war hier unterwegs, hab die Stello gehalten. Ach so, hier, das ist mein Travel-T-Shirt. Hinten steht drauf, "Mumbai Ladak".
"Loftours". - "Mumbai Ladak" mit meinem Sohn. Von Mumbai nach Ladak. War heavy. - Ja, war heavy. Das werden wir auf jeden Fall ein andermal besprechen. Aber wir sind zurück und haben ein neues Thema. Und zwar das innere Kind. Spannend. Die nächsten acht Wochen werden wir euch da durch dieses Thema leiten mit einem super spannenden Fall. Also ich weiß, du saßt davor und dir ging echt... Es ist das erste Mal wirklich...
Also es ist wirklich so, dass es so tief und so spannend... Ich saß davor, als ich die Redaktion gemacht habe und dachte, ich halte das gar nicht mehr aus. Das war so intensiv und so spannend und dann habe ich auch verstanden, warum ich meine Arbeit so liebe. Weil diese Fälle sind halt wirklich so. Das ist halt... Na ja, werden wir gleich hier hören. Ich werde mich sehen. Aber jetzt stell dir vor, du bist auf so einem Event, wie ich ja gerade am Anfang meinte. Und hast dieses innere Zwiehspalt und wolltest am liebsten einfach wegrennen. Aber ich glaube, der Mann ist nicht weggerannt.
Das ist, mit der Situation kommen die beiden rein. Das heißt, die haben eine wirklich tolle Beziehung. Sind beide, aber auch beide, richtig schöne Jobs. Haben im Kino auch eine schöne WG-Zeit gehabt. So richtig relativ jung ist Pärchen. Also für mich, also sozusagen steht schon gut im Leben, verdient gutes Geld. Und das war der Auslöser, kommt die Situation. Die haben, glaube ich, so was wie Geburtstag oder so oder ganz viele Freunde sind da. Und das ist eigentlich, und genau das ist diese Situation, das ist eigentlich so der schönste Moment. Alle sind da, Leute von international gekommen, also die ganzen Leute, mit denen sie studiert haben alle so richtig gute, voll Freunde und es ist richtig toll und er kriegt in dem Augenblick das Gefühl, das ist alles nichts, ich will hier weg. Und das hat er aber ganz häuschig. Das hat er häuschiger. Und damit kommen die beiden in die Praxis und sind ziemlich verzweifelt, weil sie auch gar nicht verstehen, was das soll. Ja, das kann ich gut verstehen. Also sind ja wie so zwei Kräfte irgendwie, die da in ihm walten. Das Paradox ist ja auch eigentlich, Es gibt keinen Streit, kein irgendwie widersprüchliches Gespräch oder irgendwas, sondern dieses Gefühl ist einfach da.
Ja, das ist halt das total Faszinierende. Also das Faszinierende ist, dass das erste augenschwelligste Symptom, was reinkommt, du hast eine gute Situation und der will daraus. Und normalerweise ist es ja immer so, du hast irgendeine schlechte Situation und willst daraus. Genau. Ja. Und eigentlich will er nur weg. Und er sagt aber, dass er diese Beziehung auf gar keinen Fall verlassen will. Und das ist für ihn wirklich so zerreißend und für sie ist es halt auch total zermürbend. Das wäre jetzt meine zweite Frage gewesen, was macht es mit ihr?
Welche Konsequenz hat das für sie? Und dafür ist sie es total verunsichert. Das können wir vorstellen. Und das geht ja schon seit Jahren mit den beiden. Das heißt, sie haben eigentlich eine gute Situation, haben wir schon gesagt. der will dann immer wieder daraus, ist es so, überflutet ihn, so wie ich will da weg, ich muss da weg, das bringt nicht, das ist schlecht und so weiter. Und sie hat sich einfach auf Dauer darauf eingestellt, die haben ja auch ein Kind zusammen. Dass sie gesagt hat, ich habe mich innerlich so darauf eingestellt, Falk, dass ich jederzeit gehen könnte. Ich bin so darauf gefasst, dass der jederzeit die Beziehung verlässt. Und das ist dann für Das ist, weiß ich, so eine total zerreibende Situation.
Sie kommt nie an. Sie kommt nie so richtig an ihn ran und ist ja auch immer unsicher. Du bist immer auf dem Boden. - Ich hab ein Haus in der Beziehung. Ich wollte das kurz mal irgendwas holen. Das zeig ich den Leuten dann immer. Sie kommt gar nicht. Sie ist immer auf so eine halb Achtstellung. Immer auf Lauerstellung. - Sie kann dich nie wirklich fallen lassen. Das war bei den beiden kein Thema. Aber stell dir das mal für die Sexualität vor.
Für die Sexualität musst du dich ja tief fallen lassen, damit dir bestöhnen wird. Auch für deine Beziehung. Du musst dich einfach richtig so dieses Hingeben reinfallen lassen, zu Hause sein. Das geht halt nicht mehr. Das kann sie nicht. Nein, gar nicht. Und wie ist das jetzt, wenn du jetzt dieses Pärchen davor die sitzen hast? Wie ist das jetzt für dich so, wenn er erzählt, wenn er diese Situation erzählt?
So was geht da bei dir im Kopf ab dann? Naja, vor allem, also ich habe ja vor allem erst mal Mitgefühl. Also bei mir, ich denke, man, was für eine schlimme Situation. weil die kommen jetzt ja quasi die öffnen sicher und zeigen mir ja ihr innerstes. Wenn du draußen in die Symptome siehst, wird es vielleicht denken, crazy. Aber wenn du so mitkriegst die Not, also er hat ja Not, sie hat Not. Und das Verrückt ist, die sind beide auch so richtig gut ausgebildet, intellektuell klaren Geist und so weißt du, das sind so. Und dann haben die diese Art von Not, ja und die sitzen erstmal ziemlich verzweifelt vor mir. und sagen, so ist es falsch. Das ist unsere Situation.
Der erste Impuls wäre ja auch irgendwie mit dieser Beziehung stimmt irgendwas nicht. Es muss ja irgendwas sein. - Es stimmt definitiv irgendwas gar nicht. Vielleicht ist es ja auch irgendwie, er sieht was oder spürt was, was die nicht sehen will. Also irgendwas scheint ja am Abend zu sein. Also dieses Symptom, das ist ja das Spannende. Du hast ja immer erst mal quasi, deswegen nennen wir das ja auch Fall, du hast ja immer erst mal das Symptom und dann geht das Rätsel los. Und denkst du, wieso ist dieses Symptom da? Was macht da eigentlich Sinn? Und das ist, Tom ist erstmal mega weird.
Und jetzt würde ich aber doch kurz das eine Ding zeigen. Ich bin gleich wieder da. Ich bin gleich wieder da. Habe ich gestern, hier, genau. Jetzt können wir ein kleines, kleine, jetzt können sich wieder alle freuen, die gerne halt hier.
Das ist das Zeichen für den Doppelbein, für die Doppelbindung. Also seitdem wir das kennen, das ist von Gregory Bateson in den 50er, 60er entdeckt worden. Können wir alle freuen, die Quellen verweise lieben. Gregory Bateson ist sozusagen der Begründer dieser ganzen therapeutischen Richtung, aus der ich komme. Gregory Bateson, Pablo Alto, also das ist das Nähe vom Silicon Valley, da die Universität geht. Das ist Stanford. Yes, jetzt genau. Und da kommt quasi diese Doppelbindung her. Das heißt, es ist ein Paradox. Wir haben es also hier mit Paradoxer Logik zu tun. Und ich bin ja quasi beim Professor für Logik ausgebildet.
Und dieses Paradoxum ist für unsere ganz erlehrt und Therapie Richtung extrem wichtig. Und seitdem wir das kennen, das sind also zwei Impulse zur gleichen Zeit auf der gleichen logischen Ebene, also kommt aus der Logik, ja. Und das wäre so entsteht Schizophrenie. Andersrum so kann man Schizophrenie behandeln. Das wäre beim Muskel wäre das das Zucken, das hin und her. Und das ist die Situation, die sie mir eigentlich schildern. Das ist eine paradoxe Situation. Und das Paradox ist auf eine Art sehr toxisch.
Das macht dich halt total fertig. Ja, weil du versuchst, in die eine Richtung zu laufen. Ja. Und gleichzeitig geht es in die andere Richtung. Das ist total schön und du willst weg. Ja. Ja. Und wenn er jetzt weggehen würde, ja, dann kriegt er sofort Heimweh. Ja, das macht keinen Sinn. Es ist auch irgendwie zermürbend.
Zwickmühle. Ja. Genau, zermürben, Zwickmühle. Das ist das Ding bei der Zwickmühle. Egal welchen Zug du machst, du bist dran. Ja. Wenn du das wegfällst, verlierst du deine Familie. Bleibst du da, hast das Gefühl, du musst weg. Damit kommen die beiden und das ist gefragt, wie es mir geht. Ich hab erst mal nur mitgefühlt.
Ich denke, was für eine schlimme Situation ist das jetzt? Du gehst auf Spurensuche. Du guckst, wo sind die Indizen, wo kann man sich langhangeln? Was steckt dahinter? Dann gibt es eine Situation, die er erzählt, die alles verändert, oder? Genau, das Erste, was ich denke, ich zeige mal, wäre das hier. Dann liefert er eine Situation, die irgendwie alles verändert. Also du suchst jetzt weiterhin nach Indizien, ne?
War das jetzt nur einmalig die Geschichte, dass er in einem Zeitpunkt der Nähe das Gefühl hat, er möchte weglaufen? - Genau. Oder kommt das öfters vor? Also was wir jetzt machen, das ist ja so ein bisschen so schalerkommstmäßig meine Arbeit, aber ich weiß jetzt ja wirklich immer nicht. Erst wenn ich so ein Fall, wenn ich solche Art von Fällen 20, 30, 40, man hatte, dann weiß ich, dann kenne ich das Schema.
Dann nur zu mich Ecke, Elfmeter und so weiter. Und dann bauen wir auch immer einen Kurs daraus. Und wir sagen, genau so läuft das immer ab. Aber das ist jetzt ein Fall, wo ich das ja selber noch gar nicht weiß. Und dann kommt man zu einer ganz simplen Methode, das macht schon noch kaum so immer. Da sind sie "deduktive schließen". "Deduktive schließen" ist, du hast ein Einzelfall und dann suchst du weitere Einzelfälle und nimmst dann alle Einzelfälle quasi zusammen und schließt dann auf ein allgemeines, übergeordnetes Prinzip. Okay. Ja? Und das mache ich jetzt mit denen.
Das heißt, ich suche jetzt ähnliche vergleichbare Situationen, um zu überprüfen, ob das immer immer das gleiche, was ich gerade gezeigt habe, immer das gleiche Muster ist, weil wenn ich das Muster kenne, dann kann ich auch wiederum helfen und kann das überhaupt aufklären. Weil so ist es erst mal nur Paradox und keiner versteht, was überhaupt los ist. Genau. Ja? Also sowas kommt beim Streiten nicht vor. Also wenn die sich streiten, hat er nicht das Gefühl, oder? Nee, überhaupt nicht.
Das ist ja das Paradoxe. Richtig. Das heißt, wenn die Situation schlecht ist, ist in dem hatte diesen Fluchtimpuls nicht, die Situation schlecht und beide sind krampi und nicht so gut drauf, reden dann auch nicht so viel und können sich nicht mehr ums Kind und so. Das beschreiben sie auch, aber das ist ja gar nicht ihr Problem. Eine Situation und das war die Situation, wo es eigentlich darum gehen, so einen Hochzeitsantrag zu machen und die waren hier so in so einem Stadion und waren am Abend auf so einer Bühne und haben ihr Lieblingsmusiker gesehen und es war ein total schöner Abend, es war wunderbar und da sagte, da hatte ich der genau oder gleich hierfür wieder. Ich dachte die Welt, ich muss hier weg. Ich halte das nicht aus.
Das ist eine riesen Katastrophe und für sie bricht natürlich auch eine Welt zusammen. Na sie zieht sich wahrscheinlich auch zurück oder in dem Moment, weil ich könnte mir vorstellen, wenn mein Partner jetzt so das Gefühl, also du merkst es ja auch, wenn der Partner sich, also wenn der Partner das Gefühl hat, ich muss hier weg. Er sagt in dem Moment, ich muss hier weg. Und klar, was ist ihr Impuls? Ja und das ist halt Prinzip, das ist jetzt wirklich für so einen Wenn du so ein Bild überträgst und das Bild werden, die mir das beschildern, was dann kommt, ist so, du hast doch mal in diesen 30er-Jahre oder 40er-Jahre, und die Frau lässt dich immer so fallen und dann so "hö" und dieses Fallen lassen. Ja. Das geht halt überhaupt nicht.
Nee. Du kannst dich halt nicht... Das ist halt für Sie total schlimm. Ja. Und Sie muss sich zurückziehen und wird dann auch total kalt. Na und Sie stellt ja auch bestimmt die Beziehungenfrage dann. Ja, natürlich, weil Sie... Das ist ja immer... Das ist das für Sie, sie ist das total schlimm, weil immer, wo Sie dann sagt, Jetzt lass ich los.
Jetzt gebe ich um die Kinder, wie immer. Das war eine Frau, aber auch ein Mann. Am meisten liebt sich einfach hinzugeben. Die schöne Momente, wo man eigentlich den... Und dann muss sie wieder blocken. Da muss sie sich wieder zurücknehmen. Da wird sie kalt. Total. Und das Schlimme ist, was dann, dann wird es ja noch paradoxer. Damit unterbricht sie ja dann die Bindung zu ihm.
Wir sind jetzt auch, was wir dafür brauchen, wie der Theoriealiment, ist die Bindungstheorie. Und die Bindungstheorie geht ja ganz tief rein. Seit der Bindungstheorie, die ist in 60er Jahren, ist das quasi entstanden, da haben wir herausgefunden, dass das eigentlich wichtiger ist als Nahrung. Also sind wir sicher gebunden, es ist wichtiger als Nahrung. Ja, das stimmt. Da gab es mal so einen ganz verrückten... Ja, das hatten wir schon mal in einer anderen Folge. Ja, da hatten wir mal eine andere Folge. Ja, der diese Experimente gemacht hat, ich weiß es auch nicht mehr.
Da waren, glaube ich, 15. Jahrhundertroben oder so. Und er hat gesagt, die Kinder sollen gefüttert werden, die sollen alles kriegen, aber keine Zuneigung. Wir sind alle gestorben. Ziemlich verrückter Typ. Aber daher wissen wir, und das hat man dann in den 60er-70er, ist es noch mal richtig aufgelebt worden, dass man sich immer mit der Kamera reingegangen in die Krankenhäuser. In den Krankenhäuser musste man die Kinder abgeben und durfte es in ein, zwei Stunden besuchen.
Als ich geboren wurde, habe ich nicht bei meiner Mutter geschlafen. Woanders, und sie durfte mich, dann wurde ich zum Stillen gebracht. Und dann bin ich wieder in diesem Gemeinschaftsraum, wo alle Babys lag. Genau, und damit wird die Bindung zu Mutter unterbrochen. Und der ist halt quasi reingegangen, in die Indien des Krankenhauses, um das zu filmen. Und hat das dann gefilmt und hat auch die ganzen Störungen der Kinder nachher gefilmt. Und erst durch dieses Filmmaterial ist seine Theorie überhaupt verbreitet worden. Da wurde natürlich ganz schlimm bekämpft. Und diese Theorie hat sich dann weiter ausgebreitet. Und heute gibt es wirklich 10.000 Bücher.
Alles zur Bindungstheorie. Das gab es quasi noch vor 50 Jahren gar nicht. Ja, glaube ich. Also dadurch hat sich das komplett verändert durch dieses Filmmaterial. Kann man auch bei YouTube Filmen zu sehen. Also kleine kurze, schwarze, einst Filmpien. Da wird das auch alles erklärt. Und das ist die Bindungstheorie. Und die Bindung unterbricht sie dann. Sie muss ja raus. Sie hält es nicht aus.
Also, eigentlich macht sie das, was sie tun kann. Sie bleibt ja da, sie macht jetzt keine Riesen-Szene, und dann du Idiot irgendwie. - Aber sie schützt sich dann. Ja, aber du könntest ja auch vorstellen, dass sie durchdreht und auf ihn losgeht und ihm beschützt. Jetzt würden ja viele andere Frauen in ihrer Enttäuschung machen. Sie bleibt ruhig, sie bleibt wachlich, sie zieht sich nur zurück und bleibt da. Und in dem Augenblick verliert er dann aber die Bindung, weil sie sie schützen muss. - Genau.
Eigentlich erzeugten die genau das, wovor er Angst hat,
Er sagt ja, er muss weg. Dass er da vor Angst hat, ist er gar nicht klar. Das wissen wir noch gar nicht. Hab ich jetzt einfach interpretiert, dass er eigentlich wahrscheinlich, dass irgendwie da drunter liegt. Aber das sind wir nicht da, ist doch recht da. Das ist eigentlich eine Hypothese. Das ist eine Hypothese, wo man sagt, weil so mein erster Impuls ist. Richtig, genau.
Und das ist jetzt total wichtig, als auch für die Zuschauer. Das heißt, damit du wirklich sauber, therapeutisch arbeitest.
mal sozusagen fällt hier eine Deutung ein, dann nimmt eine Pille und wartet bis der Anfall vorüber ist. Das heißt, ich habe relativ viel deutungsfreie Arbeit kennengelernt, wo man nicht deutet. Das heißt, dann kommt eine Deutung, eine Hypothese nen Sinn, wir parken die als Hypothese und sagen, könnte sein. Und dann haben wir einen Referenzpunkt auf dem, wir wollen die bestätigt sein. Ja, genau. Weil es gibt ganz, ganz vielen Therapien. Dann zählt der Therapeut irgendwas. Weil die Zücher eher ist so was wie Knetgummi.
Da kannst du alles mit Formen machen. - Genau. Ist wie so 'n... - Na klar. Therapie ist wie Kunst. - Dann redest du den als Kind in Bauch. Dann quatscht den einer in die Back. - Genau. Dann glauben die, das ist so. - Das ist aber gar nicht der Grund. Weil die Zücher... Wir haben unglaublich kreative Wesen. Und wenn wir uns massiv was vorstellen. - Na klar. Wie z.B. so 'n Jesus oder so 'n Aller oder so 'n Buddha, oder wir sagen, da gibt es Gott oder da gibt es nicht Gott, dann ist das für uns so.
Das ist dann so. - Da hast du recht. Und wenn der Experte sagt, das ist so, dann ist halt noch mal mehr Glaubenskraft. Und dadurch werden viele Leute, wenn die Psychotherapie machen, vielleicht auch mal spannen, vielleicht in die Kommentare, so viele Leute werden viel, viel kränk. Ja, stimmt. Ja, natürlich. Weil man immer nach dem Problem sucht. - Genau. Und deswegen arbeite ich auch so gern, lösungsorientiert, Ich versuche sozusagen, die Krankheit wegzumachen, das Problem.
Genau. Und deswegen ist so eine Deutung Hypothese. Und die kleben wir uns hier hin und sagen, es könnte sein, dass er Angstverbindung hat oder dass er irgendwas in Bindung erlebt hat. Ich glaube, soweit können wir gehen. Er hat irgendwas in Bindung erlebt, aber das Verrückte ist. Und jetzt kommt er eigentlich, das Verrückte, wieder unser Paradox, in dem Augenblick, wo sie sich zurückzieht, kippt er komplett um und will unbedingt diese Bindung. Aber der schöne Augenblick ist zerstört. Ja, na klar.
Also sie ist sauer, sie zieht sich zurück, sie sagt, boah, was machst du hier? Ja, das ist unser schöner Abend irgendwie sozusagen. Hier sollte jetzt wirklich dieses "Wir willst du mich heiraten?" Und das war klar, dass das an diesem Abend kommen soll. Und du ziehst so eine Nummer ab, das geht ja wohl gar nicht. Und in dem Augenblick, wo sie sagt, okay, dann gehe ich da raus, dann lassen wir das hier. Dann kippt es bei ihm und er will die Beziehung unbedingt. Und das macht sie total fertig. - Glaub ich. Das ist so die Situation, mit der die beiden kommen.
Das haben sie mir an diesem Abend, das war herzdarreißend, wie die mir das erzählt haben. Du springst nicht sofort in die Kindheit. Wir sind ja beim inneren Kind, ich hab die Vermutung, wo die Leute mal mitteilen, wo man das geht. Genau, es scheint jetzt zu sein, aber du springst nicht sofort rein, weil du lösungsorientiert arbeitest. Was ist dein nächster Schritt? Du lässt sie wahrscheinlich selber versuchen, darauf zu kommen. Das mache ich sowieso immer.
Ich versuche immer, dem Paar nicht zu sagen, was los ist. Das wäre ja wieder so eine Deutung. Bei euch ist das und das der Fall. Dann kann man sagen, ja oder nein. Ich versuche, mit denen zusammen, wie ein Fremdenführer, die Landschaft zu erkunden, und dann finden wir da was. Also, stell dir so was wie sexische Schweiz wandern vor. Du kommst an irgendeinem Platz und sagst, wow, krass. Ich kenne den Platz. Ich weiß, dass der da ungefähr liegen wird.
Oder vermute den, manchmal ist er gar nicht da. anderen. Aber eigentlich weiß ich ungefähr, wo ich hin will, aber ich laufe mit denen so lang, dass ich die führe und so gebe ich ihm auch eine Aufgabe. Und ich habe natürlich eine Idee, um was es geht. Ist ja klar, sollte ich auch haben. Aber ich sage dem nicht, was ich für eine Idee hab. Wollte dann sagen, ja, vielen Dank, ich habe auch mal ein Buch gelesen und dann war es das. Sondern er muss das finden, er muss diesen Weg selber gehen, das nennt sich "prozessorientierter Arbeit". Das ist ein Prozess, den der Klient durchläuft, um halt dann in einen richtigen Ort zu kommen. Genau. Und ich bin das ein bisschen eher wie der Fremdenführer, der mitinterpretiert, der wasserreich, der sagt, er braucht eine Pause.
Wenn er sich verletzt, kümmere ich mich in versteuchten Knöcheln. Aber das ist sozusagen meine Aufgabe. Ja. Oder er sagt, guck mal hier die Karte. Ich glaube, damit ist es zu hin. Oder mir fällt Folgen ist dazu ein. Oder ich bin einfach nur mit betroffen und Wein einfach, weil ich denke, das ist halt schlimm. Ja. Und ich gebe ihm erstmal eine Aufgabe und sage, pass mal auf, mach mal eine Zeitlinie.
Ich liebe das. Ich liebe. schöne Aufgabe. Ich mache eine Zeitlinie und in dieser Zeitlinie möchte ich, dass er zurückgeht für diese Beziehung, aber vielleicht auch darüber hinaus, dass ich dann ihm, wo er guckt, ob es ähnliche Situationen schon mal gab. Also ich will, dass er jetzt das Muster findet. Ich mache dieses deduktive Schließen, was ich gerade überzeihnd sage. Such mir mal bitte die Punkte, wo etwas Ähnliches passiert und zwar immer, wenn du weg wolltest. Nehme immer die Situation, wo du weg wolltest, Schreibt ihr auf den Zeitstrahl. Wann ist das passiert? Was waren die Umstände? Damit wir rausfinden, was war denn ähnlich? Das ist der Trigger, das ist der Auslöser. Darum geht es hier.
Das heißt, ich gehe erst mal noch nicht in die Kindheit, obwohl ihr die Idee habt, dass es darum geht. Klar. Ich will erst mal gucken, wo findet es überhaupt in der Situation statt, weil wir kochen immer erst mal Wasser. Viele Situationen oder viele Probleme kannst du in der Gegenwart wunderbar lösen, ohne in die Vergangenheit gehen zu müssen. Ich gehe immer erst in die Vergangenheit, wenn kein anderer Weg mehr offen bleibt. Das wäre jetzt beim Bild, beim Wandern. Ich nehme immer den kurzen Weg, möglichst an der Sonne und erst wird es richtig krass, dann kommt ab ins Tal, das bringt hier oben nichts mehr. Wir müssen jetzt mal runter gehen. Und so gebe ich den beiden erst mal diese Aufgabe. Und ich glaube, da kommt auch so eine kleine Entdeckung bei raus, aber das würde ich vielleicht mal aufs nächste Mal verschieben. In der nächsten Folge werden wir dann mehr darauf eingehen und in der Zwischenzeit könnt ihr vielleicht auch mal bei euch so eine Zeitachse machen zu Hause oder ist doch eine schöne Übung.
Also ich finde die Übung eigentlich geiler jetzt, könnte auch machen, weil ich einfach liebe, aber da hätte ich gerne lieber, da brauchst du immer so ein schön krasses Thema für so eine Zeitachse. Also so eine Zeitachse macht einfach total Sinn, wenn du einen ganz geilen, ganz tollen, sorry, ganz tollen Kristallationspunkt hast. Ja. Also, wo du sagst, das ist wirklich so ein Ding, wo du sagst, das ist darin, das ist relevant für meine gesamte Story oder für unsere gesamte Story. Das ist etwas, was sich komplett durchzieht. Und dann ist so eine Zeitachse richtig cool.
Hier würde ich für euch jetzt eher was anderes machen, seitdem das ist genau euer Punkt, würde ich machen, dieses gibt es schöne Situation, wo ich weg will. Gibt es in meiner Beziehung das Paradox? Ja. total beschissen und ich fange an sie zu leben. Geht ja auch. Ja, auch ein Paradox. Oder ich bin ganz weit weg von ihr oder ich bin ganz weit weg von ihm und dann stelle ich mir das alles vor. Wenn ich an Nana bei ihm dran bin und wir könnten das leben, oh nee, so hat der Mund geruch. Oh Gott. Also gibt es bei euch das Paradox? Also ich würde hier, zeig das nochmal ganz kurz, diese abstrakte Form suchen bei euch. Weil das finde ich eigentlich am spannendsten jetzt unabhängig von Kinder oder nicht, aber ich finde diese paradoxe Form gibt es Sachen, die bei euch gegenläufig sind, die so keinen Sinn ergeben. Kann ja auch ganz klein sein.
Wir zeigen, dass es ja groß, aber es kann bei euch auch eine Kleinigkeit sein. Total. Ja, wir haben da jetzt erstmal so eine ganz heiße Spur gelegt und für mich war es auch völlig neu irgendwie zu sehen, ja, Nähe und Distanz. Also Distanz kann aus Nähe entstehen, was ich super spannend finde und ich kann es kaum erwarten, nächste Woche weiter den Pärchen zu folgen und zu schauen, wo das führt. Also, habt eine schöne Woche und wir sehen uns nächste Woche wieder. Tschüss! (upbeat music)