Da gibt es einen Satz, den hat ein Mann mal über seine Ehe zu dir gesagt. Und ich finde, der fasst das heutige Element, das vierte Element, ganz gut zusammen. Und der heißt, wir sind gemeinsam einsam. Oh, an den kann ich mich gut daran erinnern. Das war ein cooler Typ. Seine Frau ist reingekommen, die hatte so dunkle, so wehende Haare, hatte so eine Göttelschnalle, ich weiß das ja gar nicht, von Biguchi oder irgendwie so. Und auch so die Brüste stand, sie kam so rein, ja, und er kam hinterher geschlurft, irgendwie so, also da kann ich mich gut daran erinnern. Und der wirkte wie so ein Manager von einer Punk-Rockbank, aber machte irgendwie Geschäfte in Hubei irgendwie. Und der hat das so gut auf den Punkt gebracht. Der hat gesagt, Falk, wir sind gemeinsam einsam. Und denen ist es auch passiert, auch mit der Vision. Also die sind auch genau das Ding mit der Vision. Dann halt irgendwie sind in der Kommunikation aneinander vorbeigelaufen. Er hat sich total alle Füße ausgerenkt für sie, aber sie war irgendwie immer unglücklich. Und hat dann auch irgendwie hier noch ein Kindermädchen und dann noch eine Putzfrau und dann noch den Swingpool. Und er hat alles gemacht und gemacht und gemacht. Aber es war nicht wirklich der Punkt, weil die sich nicht wirklich berührt haben. Und jetzt sind wir aber beim Wir. Ja, ja, genau. Da kann ich mich gut dran erinnern. Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Ein Fall für Falk mit unserem Lieblingspaartherapeuten Falk Byrne Kuhfuß. Und unserer Star-Moderatorin Madeline Stannis. Und wir sind heute in der vierten Folge und damit beim vierten Element von den fünf Elementen der Liebe. Aber du hast ja das Wir auch nicht in einem Fachbuch gefunden. Das ist eine ganz witzige Geschichte, wie du auf das Wir gestoßen bist. Ich habe das sozusagen so ein Habeck-Moment. Ich habe das in einem Kinderbuch gefunden. Ach, nein, erzähl mal. Das ist ja interessant. Ja, aber es ist eigentlich total... Also eigentlich war das... Es gibt ja häufig Bücher für mich, gibt es ja häufig Bücher so. Die haben dann meinetwegen 17 Kapitel und eins davon ist gut. Und der Rest des Buches ist nett, dass man noch... Muss man vielleicht noch was dazuschreiben, sonst kann man es nicht verkaufen oder so. Und das war wieder eins dieser Bücher so. Und da tauchte ein Wesen auf, das nannte sich Wir. Ach, okay. Ja, und dachte, das ist ja spannend, was heißt denn Wir? Und dann habe ich halt erlebt, also das erlebt man ja immer, dass bei Paare, wenn dieses Wir verletzt wird, dass dann halt ganz viel schief geht. Und da bin ich drauf gekommen, dass eigentlich jedes Paar so ein Wir-Wesen hat. Zum Beispiel so, unser Fußballclub, bei uns ist hier 0-3, Babelsberg 0-3 oder FC Bayern München, also Wir. Oder wir aus Dortmund. Oder wir Deutschen. Oder wir irgendwie Türken. Oder wir. Und du hast das Wir aber auch in der Paarbeziehung. Oder unsere Familie. Das ist sozusagen die kleinsten mögliche Einheit. Und dieses Wir ist tatsächlich systemisch betrachtet, ist das wie eine eigenständige Entität. Also wie eine eigenständige Einheit, die für sich funktioniert und die auch verletzt werden kann. Und wenn dieses Wir zerbricht, dann zerbricht eigentlich die Paarbeziehung. Und deswegen dachte ich, es ist ein unglaublich wichtiges Element, was man braucht, wenn man mit Paaren arbeitet. Wir brauchen dieses Wir, dieses Wir-Gefühl, diese Identität. Aber auch vor allem das Erleben davon. Also es ist eigentlich ein eigenes Wesen, was aus zwei Menschen besteht. Ja, wie eine Nation. So, Deutsche. Wer sind wir, wir Deutsche? Oder die Franzosen. Also sozusagen, ja, es ist ein Wesen, was aus zwei Menschen besteht. Aber wie ist es jetzt bei unserem Paar? Wir sind ja dann in einem Moment gekommen in der Geschichte. Ja, erzähl zu dem Wesen noch was. Es gibt so ein lustiges Bild, das kennt jeder. Ich habe das jetzt zum Beispiel an der Ostsee und im Dresden im Wald habe ich das. Ich fand es so verrückt. An der Ostsee, da gibt es ein Pärchen. Es gibt viele Pärchen, da gibt es ein Pärchen. Die haben beide die gleiche Jacke. Die haben beide die gleiche Frisur. Und der holt sich auch genauso aus. Also sie sind total wir. Da gibt es überhaupt keine Differenzierung. Oder wenn dann so ältere Menschen sagen, wir machen das immer so. oder bei uns wird dann und dann gegessen. Wir sehen das so. Ja, das stimmt. Wir und der Papst und so. Das stimmt. Wir. Also die sprechen auch im Wir. Ja, aber bei unserem Paar ist es so ein bisschen anders gelaufen. Und er meinte dann an einer Stelle, es ist wie so eine Leiche, die sie aus dem Keller holen. Und irgendwie ist das Wir da verschütt gegangen. Ja, komplett. Das war bei diesem Paar, das war, ja, das hatte sich irgendwie, das war dann Ich und Du, aber im Negativ. Also Ich und Du gegeneinander. Genau. Also da hat sich ich und du nicht verbunden, sondern hat ich und du sich abgestoßen. Und dann kriegt dieses Wir natürlich ganz, ganz große, also dieses Wir-Wesen hat ja ein großes Problem. Also wie wenn so eine Nation zerfällt. Aber jetzt hast du ja mit denen dann schon die drei anderen Elemente durchgearbeitet. Und ich glaube, sie meinte dann auch an einem gewissen Punkt, dadurch, dass sie wieder miteinander in Kommunikation treten, kommen sie auch wieder in die Verbindung des Wirs. Ja. Oder? Na klar. Oder wie würde man sonst wieder in Verbindung? Also wie erschafft man dieses Wir? Nur durch Kommunikation? Es gibt einen Punkt, der ist, wo man das sehr gut meiner Meinung nach wahrnehmen kann, dieses Wir. Und das ist in der Sexualität. Weil eigentlich ist das von der Theoriebildung das sind für mich wie zwei Kreise. Das sind ich und du. Und dann schiebt man die quasi übereinander. Und in der Mitte entsteht dann quasi wie so eine Schnittmenge, also dieses Wir. Und das nennt man, wenn man die Kreise ganz aufeinander schiebt, wäre das ja eine symbiotische Beziehung. Also die Beziehung der Mutter zum Kind oder das Kind im Mutterleib. Das ist also ein Wir. Das sind so wie ein Wesen. Und diese Art von Verschmelzung, die kannst du, wenn du halt diese Slow-Sexualität, diese langsamen, hast du das in der Sexualität, dass du dich im Partner gemeinsam auflöst. So diese Ich-Grenzen verschwinden, wo man quasi, deswegen ist Sexualität glaube ich auch so beglückend, wo du halt zu diesem kosmischen, zu diesem Wir-Gefühl wirst. Und es gibt ja auch immer dieses, wenn man zum Beispiel zusammen zu zweit in Urlaub fährt, möglichst noch nach Irland oder Schottland oder Norwegen, wo man sozusagen wirklich nur zusammen ist. Oder zum Beispiel gute Paare haben das ganz stark erlebt bei Corona. Weil alles andere weg war und da waren halt nur noch sie. Entweder haben sich gestritten wie die Bürstenbinder, weil das Wir überhaupt nicht intakt ist und es kommt total auf die Fläche. Oder die haben gesagt, ein Glück, ich habe so viele Paare gesagt, Wir haben Corona, haben wir die besten Entscheidungen unseres Lebens getroffen. Es war so eine schöne Zeit. Wir durften uns um nichts anderes kümmern, außer um uns selber. Um uns selber, ja. Das wäre nämlich dann auch meine nächste Frage gewesen, weil ich glaube, auch bei diesem Pärchen, solange sie eben in dieser Therapie waren und zueinander gefunden haben, war das alles schön. Sie waren wieder in Verbindung. Sie haben dann auf jeden Fall ein Bedenken geäußert. Und zwar, wie verlieren wir uns nicht mehr im Alltag? Also wie lässt sich das, was wir hier gelernt haben, auch wieder im Alltag integrieren? wie lässt sich das Wir auch im Alltag noch aufrechterhalten? Ja, dieses Wir braucht halt einfach sozusagen wie, doch mal jede Pflanze oder jedes Lebewesen, wenn man das als Lebewesen begreift oder als eigentliche, braucht es natürlich Aufmerksamkeit, Zuwendung. Also zum Beispiel Partzeit. Wenn du gar keine Partzeit mehr hast oder immer nur zwischen Tür und Angel. Und dann ist es auch wichtig, dass diese Partzeit muss halt oder darf halt nicht mit Organisationssachen, sondern es muss halt wirklich dann um dich und um mich gehen. Also nicht um die Kinder, nicht um die Schule, nicht um die Familie. Also all das nicht. Und so habe ich auch meinen ganzen Therapieraum gestaltet, wenn man jetzt von dort aus guckt. Da ist ja quasi nichts weiter drin, außer das Paar. Da ist ein Teppich, da ist eine Uhr, weil ich die brauche. Und ansonsten sind da noch zwei Sessel. Das ist also einfach nur wir. Das ist ein Raum nur für uns. Viele Paare machen das dann schon, wir gehen dann in Wellness oder so. Also wirklich Zeit, die nur für euch ist. Und wo es nur um euch geht. Selbst wenn du segeln gehst, kannst du ja sagen, es geht wieder primär darum, um segeln, den Kurs zu halten und bist ja schon wieder irgendwie beschäftigt. Du solltest dich mit dir selber auseinandersetzen. Und da haben halt viele Paare auch echt Schiss vor, weil wenn du dann da unten die Leichen im Keller hast oder unaufsgeräumte Dinge oder ein Grummel oder so, dann wird das halt mit dem Wir schwierig. Also das Wir ist in dem Sinne auch etwas, was nicht funktioniert, wenn du immer versuchst, irgendwas wegzudrücken oder irgendwas zu verdrängen. Weil im Wir taucht das dann sofort auf. Man muss sich eigentlich tagtäglich bewusst für die Beziehung entscheiden. Also das ist wie, ich würde es vergleichen, wie meine morgendliche Yoga-Routine. Ich muss mich auch, ich weiß, dass es mir gut tut, also stehe ich jeden Morgen auf, auch wenn es mir nicht so gefällt oder es mir nicht so gut geht an dem Tag und mache es, weil ich weiß, danach fühle ich mich besser. Und so würde ich mir das jetzt vorstellen, bei dem Wir oder sich eben bewusst füreinander zu entscheiden. Das heißt, ich schaffe mir bewusst im Alltag Räume, wo ich an der Beziehung arbeite. Ja, das ist super gut, was du sagst. Allerdings können wir das Wort arbeiten eigentlich streichen. Weil wenn eine Beziehung primär Arbeit ist, ist das primär was Anstrengendes. Da haben die Leute keinen Bock drauf. Hätte ich auch keinen Bock drauf. Beziehung muss am Ende, und so mache ich das ja auch in meinen Therapien, das ist immer diese dritte Phase, diese Win-Win-Phase, es muss so werden wie dein Lieblingshobby. So wie beim Yoga, wo du sagst, ich will das, ich brauche das, ich möchte das. Also nicht Arbeit, sondern Genuss und Vergnügen. Weil der Kontakt zu sich selber fühlt sich gut an. Der Kontakt zum anderen fühlt sich gut an. Und ich mache das auch mal so gerne an der Sexualität. Eine Sexualität, wo man so relativ getrennt voneinander ist und so vor sich hin sexualisiert. Schmeckt nicht, ist eklig, macht keinen Spaß, ist nicht erfüllt. Das Ganze aber in einer wirklichen Verbindung, in so einer Herz-Herz-Verbindung. Superschön, super nähren, super tragen, kann ich über Wochen irgendwie, kann ich die schwierigsten Prozesse tragen. Und so ist es halt mit diesem Verbinden auch. Es geht eigentlich darum, im Alltag sich immer wieder zu verbinden. Und das ist genau das und zwar bewusst. Und da hatte ich noch ein paar, die haben gesagt, wenn ich meine Frau jetzt umarme, Dann fühlt es wirklich authentisch und auch diesen Schritt über, auch wenn ich grummelig bin, diesen Schritt über mich selber mache. Und dann sage ich mir, ich umarme dich und spüre dich, ich mache mein Herz auf. Dann kann ich damit drei Wochen Streit vermeiden. Wenn ich das nicht mache und Mauer und Recht habe, auch wenn ich Recht habe, dann habe ich einfach diesen ganzen Ärger. Und dann war die Frage, hat der Mann gesagt, will ich den Ärger haben oder will ich mich einmal, mir diese Disziplin zu sagen, ich verbinde mich mit dir. Bewusst, ehrlich, offen, direkt. Und das ganz Verrückte ist, dass dadurch ganz viele Schwierigkeiten verschwinden. Weil die meisten Paare, wenn du zum Beispiel so etwas überlegst, du fährst nach Italien in Urlaub. Hinten die Kinder, du vorne mit deinem Mann. Und ihr fühlt euch getrennt in der Zeit. Dann kraucht Ärger auf. Und zwar Ärger, weil ich getrennt bin. Weil das ist jetzt unsere Zeit, das ist unser Urlaub. Jetzt sitze ich da alleine rum, muss diesen scheiß Podcast hören, die Kinder nölen und der Typ startet desselig auf die Straße. Kennst du, ne? Kennt jeder. Kennt jeder. Dann denkst du, boah. So. Und dann ist es zu heiß. Dann passt das nicht. Dann musst du pullern. Nichts passt dann in dem Moment. Was? Nichts passt. Nichts passt. Alles ist doof. Ja, es ist alles doof, genau. Also es heißt irgendwie, spätestens am 5. Ratsplatz ist die Stimmung sehr schlecht. Und abends im Hotel geht es dann richtig ab. Und die Kinder im Bett. Wenn du aber die gleiche Situation hast und du bist verbunden. Ist das ein Abenteuer. Ist es schön. Macht Spaß. Wir sind zusammen, alles ist gut. Weißt du, die Straße läuft. Du hörst den gleichen Podcast, du hast die gleichen Kinder. Du hast ein gleiches blödes Handje. Aber in einem ganz anderen Licht. Genau. Und das heißt, dieses Paare streiten häufig. Und das ist total verdreht. Du hast zwar dann offiziell ein Thema, über was du streitest, aber eigentlich ist das Problem, ich möchte mich mit dir verbinden, krieg das aber nicht auf die Reihe und möller dann rum. Und dann geht es offensichtlich um das Thema. Das heißt, er versucht das Thema und wir haben jetzt auch besprochen und wir müssen doch Auto fahren. Und ja klar, jetzt haben wir doch die Kinder, die kriegen doch einen Comic. Ja. Und wenn du dich aber verbindest, dann bist du glücklich, dann bist du zufrieden. Und dann verschwinden all diese Themen wie Nebel im Links. Und selbst wenn sie nicht verschwinden, dann kriegst du sie, wenn sie verbunden, bist du ja ganz anders geklärt. Also das wäre eine Frage, wie viel Prozent eurer Probleme verschwinden, wenn ihr zusammen seid? Und wie viele Probleme bleiben dann noch übrig? Und bei den meisten Paaren ist die Erfahrung, dass so fast alle Probleme verschwinden, wenn die zusammen sind. Das heißt, man könnte sagen, man hat wie so eine generalisierte Lösung. Eine Lösung für alles. Wenn wir verbunden sind, sind wir glücklich, sind wir friedlich, haben wir Mitgefühl, haben wir Respekt, sind wir getrennt. Dann sind wir einsam, sind frustriert. Der andere ist natürlich schuld, klar, wie sollte es anders sein. Weil der macht ja nicht, der ist ja nicht und so. Und dann kommt der ganze Stress. Und woran kann man messen, dass ein Paar ein gesundes Wir hat? Kann man das irgendwie erkennen? Gibt es da Parameter? Oh ja, auf jeden Fall. Also ein ganz wichtiger Faktor ist die Verbundenheit. Wie verbunden fühle ich mich? Oder wie stark vertraue ich dem anderen? Vertrauen ist, glaube ich, auch ein gutes Stichwort. Das kann man ja auch immer ganz gut... Das ist ja, was beim Fremdgehen kaputt geht. Weil beim Fremdgehen hast du ja quasi... Bei mir gibt es ja quasi in einem... In einem meiner Workbooks wird es auch beschrieben. Da hast du diesen heiligen Raum. Also ein Raum, der nur für euch ist. Und wenn der halt verletzt wird, beim Fremdgehen, dann geht das wir komplett kaputt. und damit kann auch eine Beziehung wirklich enden. Also wenn man das Wir übelst verletzt, dann kann das auch sein, man kriegt es nicht wieder hin. Und wie kann man das Vertrauen im Alltag stärken? Also gibt es da gewisse Übungen oder, ich denke jetzt irgendwie gerade daran zum Beispiel beim Segeln. Wenn du jetzt zu zweit auf so einer Jolle bist, da musst du ja auch unheimlich dich aufeinander verlassen können. Würde es stärken, wenn man solche Dinge eben immer mal wieder einbaut? Das ist total lustig. Gerade beim Segeln, also ich segle ja, Das ist so lustig, wenn Leute in den Hafen reinfahren. Und dann kannst du immer sehen, haben die eine Funktionale? Also auf der Team-Ebene. Eine Funktionale oder Dysfunktionale? Du musst doch! Nein! Den Haken darüber! Das habe ich dir doch schon mal gesagt! Weißt du, so ein ganzer Hafen, allen wird es peinlich. Oh Gott, oh Gott. Oder das läuft einfach so rein. Alles ist ruhig. Die Abläufe. Ja, ein Blick rüber. Irgendwie Steuerbord, Backbord, Fender. Und also daran siehst du das. Oder auch wenn Leute dann Urlaub fahren, daran siehst du das. Du siehst einfach, das funktioniert nicht, das Ding. Total. Also ein intaktes Wir bedeutet ja dann eigentlich auch ein Sicherheitsfeld. Absolut. Absolut. Und das ganz Verrückte ist, viele Menschen fühlen sich ja in ihrer Beziehung total zu Hause. Ja. Also bei mir ist es ja so, ich mag meine Wohnung, ich mag den Ort, wo ich wohne. Aber wo fühle ich mich wirklich zu Hause? In meinen Beziehungen. Das ist ja auch der Grund, warum ich in so einem Kiez lebe, wo ich fast alle kenne, weil da fühle ich mich halt wohl. Da gehöre ich halt hin. Die Familie. Genau. Und dieses Wir, das macht das Zuhausegefühl in einer Beziehung aus. Und Leute sagen, meine Wohnung kann ich weggeben, den Ort kann ich ändern. Aber meinen Partner, den brauche ich, damit ich zu Hause bin. Genau. Das Zuhause sein im Anders. Und das findet nur im Wir statt. Also das Wir ist wie so ein verborgenes Wesen, aber wenn man anfängt, das wirklich mal sich genauer anzugucken, ist es extrem zentral. Aber damit hängt ja auch die Identität zusammen. Wer bin ich eigentlich? Wo gehöre ich hin? Wo ist mein Platz in der Welt? Und wenn Leute das nicht haben, da gibt es ja Forschung zu, zum Beispiel bei Kindern in der Schule, wenn die das nicht haben, wenn die keinen klaren Ort haben, das sind meine Eltern, die haben mich lieb, da gehöre ich hin, da werde ich geschützt, dann sind die erstmal basically nur mit dem sozialen Surrounding beschäftigt, die können kognitiv gar nicht lernen. Das heißt, wenn Kinder unsicher fühlen, können sie sich nicht aufs Lernen konzentrieren. Also dieses Verorten, wo gehöre ich hin, was ist mein sicherer Platz, ist extrem elementar. Und wenn Paare das miteinander verlieren, sind die nur noch damit beschäftigt. Das hat was mit unseren Hirnteilen zu tun, weil unser evolutionäres Überleben, wir sind ein evolutionäres Wesen, das heißt, wenn unsere Existenz bedroht ist, dann kümmert sich unser Gehören erstmal nur um die Existenz. Und wenn wir nicht wissen, wo wir hingehören, wo unser Platz ist, wo unser Stamm ist, und unser Partner ist dann sowas wie unser Stamm, das ist dann unser Platz, da gehören wir hin. Und wenn der in Gefahr gerät, dann ist unser System erstmal nur damit beschäftigt, diese Gefahr zu eliminieren oder das wieder klar zu kriegen. Und deswegen wird dann auch so existenziell gestritten. Weil wenn du von einem Paar sitzt, was sich existenziell streitet, dann macht das keinen Sinn. Es macht keinen Sinn, sich wegen einer Milch anzubrullen. Es macht wirklich keinen Sinn. Es ist weder logisch sinnvoll, noch bringt es irgendwas. Das hat was mit dem, ich bin unsicher bei dir. Ich habe Angst, dass ich verloren gehe. Und das ist evolutionär so, weil wenn wir quasi verloren gehen von unserem Stamm, wenn wir unsere Zugehörigkeit verlieren, in der Savanne sind wir tot. Und diese Art von Todesstress erleben Paare. Und deswegen gehen die auch so bestialisch aufeinander los. Wo du denkst, meine Güte, die wollten in den Urlaub fahren. Total banal, ne? Die sind auf dem Pizza, brüllen sich an, schlagen Türen oder würgen sich. Warum? Weil die Existenz auf dem, nicht am Großkortex, sondern sozusagen im unterhalb des limbischen Systems bedroht scheint. Und da setzt ja dann die Bindungstheorie ein. Wie gut sind wir gebunden? Und wenn das gut und stabil ist, dann bleibst du tierisch cool und total entspannt in allen möglichen Situationen. Dann bist du so Bonnie and Clyde, dann kannst du durch alles durchgehen. Dann kannst du auch eine Firma durch eine Insolvenz führen, wenn du gut gebunden bist. Wenn nicht, flippst du aus, weil die Sahne am falschen Ort steht. Und das ist halt super zentral und das liegt alles im Wir. Und viele denken aber natürlich auch heutzutage, also ich denke jetzt wirklich gerade an heute, ich glaube, früher war es nicht ganz so, dass Bindung auch Einengung bedeutet. Aber eigentlich bedeutet es ja sogar Freiheit. Das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Den, glaube ich, den mache ich auch ziemlich klar in den 5 Elementen der Liebe in diesem Kurs. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Weil viele Menschen erleben Bindung als Einengung, weil sie es von ihren Eltern erkennen und weil von ihnen immer irgendwelche Kompromisse und Erwartungen gefordert sind. Aber in Wahrheit, oder so wie ich Bindung unterrichte oder wie ich Bindung verstehe, ist es das Gegenteil. Bindung ist quasi, wie wenn du mit einem Katamaran segelst. Du hast einen Gurt und mit dem bindest du dich quasi fest. Und dadurch, dass du in diesem Gurt bist, kannst du halt irgendwie echt krasses Zeug machen. Du kannst dich weit rauslehnen, aber bist sicher gebunden. Ja, weil der andere dich halt hält. Weil der andere dich hält oder beim Klettern. Du kannst halt quasi hier unser Videograf klettert. Du gehst die Wand hoch und der andere sichert dich unten. Genau. Wir hatten ja gesagt, ob wir vielleicht nochmal Workshops dazu machen. Ja, genau. Der sichert dich unten. Und weil der andere unten sicher ist, weil du gebunden bist, das sitzt ja tatsächlich durch so eine Leine. Kannst du, das habe ich mit meiner Ex-Frau viel gemacht, wir sind ja klettern gegangen, da sind wir dann so 30 Meter hoch und dann hängst du da oben und das Einzige, was hast du, ist ein Seil und unten steht deine Frau. Hat auch was mit Vertrauen zu tun. Wenn du doch döddeldödel, ich hole meine Kassi, ich komme gleich wieder, das war es dann mit dir. Das ist nicht so gut. Mir ist nicht so gut, kommt ganz schlecht. Keine gute Bindung. Nee, ist keine gute Bindung. Das Lustige ist, ich war ja viel kleiner und viel zarter. Ich bin ja ein viel größerer Mann. Du brauchst bestimmte Technik, um dich dann so reinzulegen und den anderen zu halten. Ja, es ist unheimlich spannend. Und hier kommt natürlich dann auch das Wendepunkt für das Wir. Also, dass man sich eben nicht mehr als Opfer in der Beziehung sieht, sondern dass man eben merkt, okay, wenn ich sicher gebunden bin und dem anderen vertrauen kann, dann ist es auch eine unheimliche Stärke. Und dann ist ja auch das, was du immer sagst, dann beflügelt man sich gegenseitig. Dann fängt das Rad sich auch ein bisschen in die andere Richtung zu drehen, von der Loose-Lose in die Win-Win-Spirale. Jetzt kommen wir eigentlich zu den wirklich spannenden Dingen. Du hast ja immer Bindung als Einengung in der Loose-Lose-Spirale. Natürlich gibt es das. Weil ich gebunden bin, dann muss ich pünktlich nach Hause kommen, dann soll ich das nicht tun, dann soll ich das nicht machen. Dann ist dies, mein Mann erwartet das, schon wieder Sonntag, schon wieder Sex. Alles Einengung, Einengung, Einengung, Einengung. Und das ist die Loose-Lose-Teile davon. Die Win-Win-Teile ist, ich kann eine Wand hochklettern, Ich kann mit einem Katamaran einer unglaublichen Geschwindigkeit sehen, weil ich gebunden bin. Oder ich kann zum Beispiel mein Business hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine stabile Frau. Oder umgekehrt. Da haben wir mittlerweile auch ganz viele Frauen, wo der Mann hinten steht. Da habe ich ja genau solche Kunden. Aber das heißt eigentlich, das ist auch wieder diese Bindungszene. Da steht einer dahinter und guckt, dass es läuft. Und das ist ja auch bei mir so. Ich kann ja viele Dinge dadurch tun, dass ich halt dann eine gute Partnerschaft habe. Und wenn ich die nicht habe, kann ich es halt nicht tun. Total. Ja, also fördert der Partner mein Potenzial? Sieht der mich? Das sind die Sachen, wo das in die Win-Win-Geschichte reingeht. Das heißt, jeder Aspekt, und das ist total spannend, hat es wie ein Pluspol oder wie ein Minuspol. Und Paartherapie bedeutet, ihr kommt mit einem Minuspol vorbei. Bock, Bock, Bock, Bock, Bock. Wir machen genau das gleiche Ding. Drehen das einmal rum und dann Bock, Bock, Bock. Läuft das positiv? Der gleiche Mann, die gleiche Frau, denk an Italien, an den Urlaub. Ihr seid immer noch im gleichen Auto, ihr fahrt immer noch den gleichen Brenner lang, nur jetzt spielt es für euch, weil ihr verbunden seid. Total. Oder spielt gegen euch, weil ihr euch... Und das ganze Ding wird euch das Element wir total klar. Und dann weiß man genau, jetzt muss ich mit dem Part zum Element wir arbeiten. Und dann gibt es das ganze Portfolio von den Sachen im wir dazu. Dann kannst du sagen, wenn wir brauchen, ist das wir eventuell schwach, weil keine Vision da ist. Oder das Wir ist schwach, weil quasi die beiden nicht stabil für sich stehen. Die haben gar keine eigene gute Substanz, wo die was wirklich einbringen können. Einer liegt immer auf dem Sofa und macht nicht nur eine Vorschrift. Ja, wir müssen da ein Wir bauen. Oder die kommunizieren halt nicht wirklich offen und ehrlich miteinander. Geht auch das Wir wieder flöten. Oder andersrum, du hast kein Wir. Hast du keinen Bock mehr zu kommunizieren? Was soll ich mit dir reden? Kommt da eh nichts mehr rum. Oder das Wir ist schrottig. Du bist immer nur mit dem Wir beschäftigt. Hast gar keine Zeit mehr für dich, deinen Sport oder dein Hobby. Oder das Wir wird schwach und du denkst, Vision, wir können ja eh nichts auf, wir können ja froh sein, wenn wir uns nicht totschlagen nachts. Also diese ganzen Elemente, will ich sagen, die hängen alle zusammen. Und wenn du alle Elemente hast, dann wird es total spannend, das ist fast wie so ein Gesellschaftsspiel. Du kannst richtig hin und her schieben. Und das ist das, was bei mir abläuft, wenn ich Therapie mache. Ich sitze da und denke, ah, okay. Wenn ich das dahin schiebe, dann ist der Effekt. Genau, und das ist wirklich systemisches Arbeiten. Das ist systemisches Arbeiten, dass du klare, einfache Elemente hast, mit denen du interagierst. Und dann wird Paartherapie piece of cake. Dann macht das Spaß, dann wird das lustig. Dann sitzt du nicht mehr davor und denkst, oh Gott, jetzt schreit er schon wieder. Was soll ich denn jetzt machen? Naja, ich muss ihm wohl mal sagen, er soll nicht so laut sein. Weil das sind ja viele Interventionen von Paartherapien. Ja, okay, vielleicht red doch mal von dir. Wie fühlst du dich denn? Sag ja doch mal was Nettes. Ihr Wort, so geht das nicht. Aber wenn du die Elemente hast, dann... Chip, chip, chip, chip, chip. Das macht richtig Spaß. Glaube ich, ja. Und wie man jetzt daran arbeitet oder wie man das Wir gemeinsam hinbekommt, das kann man dann auch im Kurs machen, oder? Ja, dann ist die Arbeit. Das ist dann, genau. Da könnte man jetzt sagen, das müsst ihr machen. Das müsst ihr dann machen, richtig. Das Know-how gibt es bei mir. Ich sage immer, ich bin der Kapitän, ich geh als Letztes von Bord. Ja, richtig. Also wenn wir absaufen, dann bin ich der Letzte, der mit Zeugt. Du hältst den Kurs. Aber die Arbeit, die liegt immer bei euch. Oder andersrum ausgedrückt, ich bin nur dann erfolgreich mit meiner Arbeit und ich bin ja tierisch gerne erfolgreich. Ich stehe ja total auf Erfolg, weil es macht einfach Spaß. Erfolg ist einfach geil. Und ich bin nur erfolgreich, wenn ihr erfolgreich seid. Und ihr seid nur erfolgreich, wenn ich erfolgreich bin. Das heißt, selbst die Therapeutenbeziehung ist eine Win-Win- oder Los-Los-Situation. Ich muss gutes Know-how haben. Ich muss euch führen. Ich muss wissen, wie es geht. Dafür stehe ich eine für, arbeite ich quasi, oder wir arbeiten dafür Tag und Nacht, haben wir, glaube ich, auch wirklich gutes Material mittlerweile. Aber wir brauchen euch. Erst wenn ihr es anwendet, wenn ihr dafür geht, wenn ihr sagt, hey, wir wollen auch glücklich sein, wir wollen auch eine gute Beziehung, wir wollen das Leben, dann haben wir Erfolg. Das ist eine komplette Abhängigkeit. Da sind wir wieder bei ich und du, die Abhängigkeit voneinander. Das heißt, die ganzen Elemente, wenn man die kennt, man sieht, wie die alle zusammenspielen. Wenn wir hier im Podcast mit euch schlecht kommunizieren, bringt das ganze Ding nicht. Wenn Madeleine schwach ist und quasi gar nicht als Moderatorin richtig da ist, dann komme ich nicht zum Strahlen. Wenn wir keine klare Vision haben, wo wir mit der Parkademie hinwollen, warum machen wir dann so viel Arbeit? Und so hängt das alles in der Zweit zusammen. Wenn man es hat, macht es einfach nur noch Laune. Total. Macht nicht Spaß. Und ich bin jetzt total gespannt, weil nächste Woche kommt das fünfte Element und das ist, glaube ich, das Wichtigste, und zwar die Liebe. Ja, aber du bist jetzt eigentlich nicht im Zentrum. Tja, das werden wir dann nächste Woche auflösen. Bis dahin könnt ihr euch schon mal in den Kurs einwählen oder beziehungsweise kaufen und schon mal durchschmökern. Könnt ihr euch dann auch schon mal mit eurem Wir auseinandersetzen und uns gerne darüber berichten, entweder in der Paar-Akademie oder bei Social Media oder unter dem Podcast. Und wir freuen uns dann nächste Woche auf euch, wenn es dann um die Liebe geht, weswegen wir eigentlich alle hier sind. Schöne Woche. Tschüss.