Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Ein Fall für Falk mit unserem Lieblingspaar-Therapeuten Falk-Björn Kuhfuss und unserer Star-Moderatorin Madeleine Stanek. Vielen Dank. Das geht immer runter wie Butter, ne? Aber schön, dass ihr wieder da seid.
Schön, dass ihr eingeschaltet habt. Wir sind heute wieder mit einem neuen Fall. Und wir haben eigentlich ziemlich viel im Hintergrund gemacht die letzten Male.
Die Paar-Akademie nimmt immer mehr Form an. Wir freuen uns richtig, euch da eine Plattform bieten zu können, wo ihr zusammenkommt und wo wir irgendwie auch noch ein bisschen näher mit euch interagieren können. Und wir haben auch unsere eigene Vision selber nochmal viel schärfer gezogen.
Das war nochmal richtig gut. Also für uns beide nochmal richtig toll. Werdet ihr vielleicht auch in der Vortragsfolge schon merken, dass wir nochmal anders und nochmal besser zusammenspielen.
Ja, also es macht auf jeden Fall richtig Spaß. Es passiert super viel hier im Hintergrund und wir sind so sehr, sehr... Very excited. Wir freuen euch sehr.
Das ist bei mir echt manchmal ein Problem. Ich habe immer dieses Englische und dann muss ich das überwechseln. Ich finde das auch nicht schlimm, wenn du mal kurz ins Englische rüber wechselst, oder? Ich meine, manche Sachen kann man einfach besser auf Spanisch oder auf Englisch sagen, oder? Ja, kann gut sein.
Wird man halt nur nicht vielleicht nicht so gut verstanden von allen. Also auf jeden Fall freue ich mich total, euch da mitzunehmen. Es wird groß werden, aber jetzt wollen wir erstmal zu unserem heutigen Fall kommen.
Das ist richtig spannend. Ja, ist krass, ne? Ja, genau. Und wir haben ein paar, das hat irgendwie so... Ich mach erstmal Spoiler kurz.
Wir haben so krasse Symptome. Und ihr werdet sehen, wie die Symptome, also die großen Symptomstiche... Wir stellen euch wie so eine gigantische Großstadt vor. So was wie New York oder irgendwie in Singapur.
Oder irgendwie so ein riesen Ding. Und dann gibt es quasi so eine Schicht. So mit lauten und starken und krassen Gefühlen.
So wie Wut und Zorn. Darunter gibt es dann noch eine Schicht. So was wie Einsamkeit und Alleinsein.
Und ganz unten gibt es eine ganz einfache Lösung. Die oben diese ganze Stadt verschwinden lässt. Und das ist total spannend.
Also wir haben einen Riesenhaufen Symptome. Und erst ganz unten werden wir dann zum Schluss die Lösung finden. Und die ist super einfach.
Und da könnt ihr bestimmt extrem viel mitnehmen. Weil die Lösung so einfach ist. Und quasi auf eine Art sehr universal.
Ja und um auch noch ein bisschen anzuspoilern. Trennung kann auch manchmal was Positives sein. Das würde man jetzt gar nicht so erwarten.
Wir haben ja immer so das Bild im Kopf. Beziehungen, wir kommen zusammen. Bis immer und ewig.
Aber manchmal kann so ein bisschen ein Schritt zurück zu gehen. Und vielleicht auch mal auf sich selber zu schauen. Im Endeffekt wieder zu einem besseren Miteinander führen.
Aber ich will gar nicht so viel vorweg nehmen. Du kommst jetzt erstmal. Das ist für mich als Partner heute immer schwierig.
Ich arbeite immer nur fürs Zusammenkommen. Für mich ist es auch immer schwierig, wenn es auseinander geht. Aber manchmal macht das Sinn, wie ihr sehen werdet.
Aber wer kommt da heute? Oh ja. Eigentlich ein schönes Paar. Sie so ein bisschen alternativ.
Sie so rote, lange Locken. So ganz natürlich. So ein bisschen so Waldorf würde ich sagen.
So natürlich. Und auch so ein bisschen so christlich. Merkst du das? Auch gläubig.
Eher so eine kleine Nickelbrille. So eine John-Lennon-Brille. Weiche Stimme.
Sag das Richtige. Er ist Psychologe, oder? Ja, die machen irgendwie sowas. Das ist irgendwie so ein bisschen Steiner.
Waldorf-Steiner drin. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt. Meine Kinder waren jetzt nicht im Waldorf-Kindergarten.
Aber schon viel der Umfeld. Ich wollte meine schicken. Ja, genau.
Lassen wir das mal seit. Die kommen halt so rein. Und sind natürlich auch so intellektuelle.
So sehr gebildet. Und machen das richtig. Und backen dann auch Weihnachten so Kekse.
Oder sie haben auch so ein Klavier zuhause. Dann kommen Weihnachten alle zusammen. Machen Hausmusik.
So wie man sich das so im Ideal vorstellt. So amish people. So amish people.
Ganz lieb irgendwie. Das, was sie haben, ist einmal beim Sex ist das nicht so schön irgendwie. Sie hat immer das Gefühl, gar keinen richtigen Kontakt.
Da sind sie nicht ganz beieinander. Und dann haben sie halt so etwas, wo sie eigentlich etwas haben, was unglaublich viele Paare haben. Die haben ganz viel Auseinandersetzung über Auseinandersetzung.
Okay. Es wird gesprochen. Es sind ja auch reflektiert und Bewusstsein ist wichtig.
Was ich ja total toll finde. Aber es führt bei denen, auch bei vielen anderen Paaren dazu, dass man sich über das Auseinandersetzen auseinandersetzt. Das ist das ganz übliche.
Wer holt die Kinder ab? Irgendwie. Oder wer kauft wann ein? Was ist wie gleichberechtigt? Sozusagen. Aber das ist alles überhaupt nicht der Punkt.
Sondern der Punkt ist, dass sie einfach einen riesigen Haufen an Themen haben, mit denen sie sich die ganze Zeit beschäftigen. Die waren auch schon bei zwei Paar-Therapeuten. Und haben sie auch unglaublich beschäftigt.
Ich frage ja manchmal, was ist los? Sie bringen so eine ganze Liste von Symptomen. Und deswegen weiß ich auch gar nicht mehr, was da alles draufsteht. Du musst jetzt 10.000 Dinge ändern.
Das ist so anstrengend, Falk. Ich muss an das denken, an das denken. Und sie sagt auch, wir haben so Diskussionen.
Die beiden sind auch total bewusst. Wir haben so viele sinnlose Diskussionen. Wir haben so viel zu tun.
Wir reiben uns irgendwie auf. Aber wir kommen auch nicht raus. So Kräftezehren, so stelle ich mir das vor.
Die wollen eigentlich nur so gemeinsam eine schöne Zeit haben, aber hängen sich immer an solchen Kleinigkeiten auf. Die haben noch die ganze Literatur gelesen. Jeden, der mal kurz sagt, ja, ne, kenne ich und habe ich gemacht.
Und sind aber auch total bewusst. Die kennen ihr Problem. Aber wissen nicht, wie sie da rauskommen.
Genau. Und das ist halt sehr intellektualisiert. Es ist unglaublich viel Bewusstsein über das Problem.
Aber das Bewusstsein wird schon wieder Teil des Problems. Ja, verstehe. Dieses ewige Gerede.
Und beide sagen, jetzt hör doch mal auf. Ja, ich wollte doch nur kurz erklären. Und dann geht das wieder los.
Und das heißt, wir gehen gar nicht in die einzelnen Themen rein. Weil ich ja sage, Leute, das kann man weglassen. Das habt ihr schon mit zwei Therapeuten gemacht.
Da müssen wir jetzt nicht wieder hingehen und uns wieder Kommunikation Teil 7 machen. Ihr könnt doch kommunizieren. Und die sind echt verzweifelt.
Und mir tun die auch richtig leid. Ich habe voll Mitgefühl mit denen. So tolle Leute, so bewusst, auch mit drei Kindern.
Dieses Holzspielzeug von Waldorf. Die machen wirklich alles so richtig, aber irgendwie voll der Wurm drin. Und die sind beide auch irgendwie so müde.
Aber es gibt auch keinen roten Faden. Also es gibt jetzt irgendwie nicht das, ganz oft ist es ja auch so, dass die Paare dann sich irgendwie streiten, weil der eine fühlt sich dann hintergangen oder der andere hat nie Zeit. Du steckst immer so viel Zeit in deine Arbeit, bist nie zu Hause.
Also das spüre ich jetzt nicht unbedingt so bei dem, sondern das sind so Alltags... Frage ich auch ab. Der sagt, Mensch, ich bin ja schon auf fünf Stunden runtergegangen. Das reicht mit dem Geld immer noch dicke.
Das ist halt ein bisschen intelligent. Der braucht nicht so viel Arbeit, der kriegt trotzdem genug Geld. Das haben die schon alles gemacht.
Die haben zweimal in der Woche irgendwie sich einen Babysitter organisiert, wo sie auch wirklich Zeit füreinander haben. Auch das ist da. Alles was man sonst so... Das wäre jetzt meine nächste Frage gewesen, ob er ihr genug Aufmerksamkeit schenkt oder sie ihm.
Ist ja nicht immer nur eine Einbahnstraße. Er sagt schon, dass er dann häufig nicht wirklich geistig anwesend ist. Dass er dann schon mit irgendwas beschäftigt ist und nicht so richtig bei ihr ist.
Er ist auch häufig nicht so richtig präsent. Aber woran liegt das, dass sie nicht so richtig präsent sind? Ja, was ich erst mal mache mit denen. Da ist ja unglaublich viel Intellekt.
Wenn du dir das mal so vorstellst. Für mich war das wie so ein New York als Intellekt. Diese ganzen Skyscrapers.
Riesenhaufende Intellekte. Ich gehe erst mal aufs Gefühl. Was ist denn im Gefühl? Was wird denn da gefühlt? Das Interessante ist, dass wenn das dann nicht so klappt, und das ist auch wieder toll, das sagt er ganz klar.
Ich bin auch so zornig. Ich bin auch so genervt. Ich unterdrücke das zwar.
Er hat auch so eine Stimme, die ist dann so nett. Aber darunter schwingt das mit. Und das Tolle ist, er kann das auch direkt benennen.
Ich versuche das dann wegzuatmen. Es gibt so viele Paare, die atmen weg. Das ist auch so ein Wegatmer.
Das heißt, er atmet immer weg. Dadurch sitzt er immer auf so einer Frustschicht drauf. Und dann sage ich, wie fühlt sich das für dich? Und er sagt, ich fühle das halt.
Ich fühle, dass er die ganze Zeit wegatmet. Eigentlich ist er total frustriert und total genervt. Und natürlich reagiere ich da auch wieder drauf zickig.
Und dann bin ich natürlich auch genervt. Und denke, meine Güte, kann er denn nicht mal aufhören wegzuatmen? Kann er denn einfach mal so sein? Und dann sagt er, wenn ich so wäre, dann würde ich zu Hause immer noch schreien. Weil das einfach so ein Scheißstress ist.
Das Konstrukt ist so eng. Aber Scheiß sagt er nicht. Er redet dann auch anständig.
Nicht so, einfach mal so. Nicht so wie du. Nicht so der Ruhrpott-Slang.
Nein, nein, nein. Aber wir arbeiten dran. Wir arbeiten dran.
Wie werde ich demnächst im Ruhrpott, wenn wir meinen alten Kumpels aufschlagen, die sagen, was ist los mit dir? Du fluchst ja gar nicht mehr. Du redest aber immer so hochtrabend. Während die sagen, du bist ja gar kein Assi mehr.
Dann gehöre ich nachher nicht mehr dazu. Du bist der Akademiker jetzt. Aber auch immer noch was mit A. Assi und Akademiker sind da beieinander.
Also ich höre jetzt raus, das ist das Konstrukt der Assi-Akademiker. Oh Mann, ey. Das heißt sozusagen, die haben echt Stress zu Hause.
Also ich höre jetzt raus, dass das Konstrukt zu eng ist. Die sind irgendwie gefangen. Die sind gefangen in diesem richtig machen wollen.
Und sind da unglaublich gut beschäftigt. Und darunter liegt halt wirklich so eine Schicht. Und ich lasse sie dann diese Gefühle auf meiner Flipchart, ich rolle sie in die Flipchart rein und lasse sie die Gefühle immer so hinschreiben.
Also oben haben wir dann diese 10.000 Symptome, diese ganzen Listen, die sie mitgebracht haben. Ich sage okay, super, die helfen wir oben dran. Aber was liegt denn darunter? Und darunter kommt dann einfach Wut, Zorn, Frust.
Und da schreiben die in rot dran. Das sind sehr aktive Gefühle. Die sind sehr so pushy.
Also wenn sie in diesen kleinen Streitereien, diesen Diskrepanzen im Alltag sind, dann fühlen sie darunter Frust, Wut. Und jetzt geht immer schon eine Schicht runter. Meine Frage ist jetzt noch, wenn sie diese Gefühle haben, Frust, Wut, sind das dann die Gefühle, die sie wegen des anderen haben? Oder sind es die Gefühle, die sie halt selber mit sich und ihrem eigenen Leben, ihrer eigenen Essenz haben? Das ist eine super Frage, aber das kommt später.
Wir gehen nochmal weiter. Also was wir jetzt erstmal haben, wir haben hier oben diesen Riesenhaufen von unglaublich vielen Symptomen, wo sich ja quasi schon zwei Kollegen daran die Nase ausgebissen haben. Jetzt gehen wir ein Stückchen tiefer und wir kommen jetzt eigentlich nur noch zu drei zentralen Gefühlen.
Zorn, Wut, Frust. Das heißt, wir haben schon komplex reduziert gearbeitet. Wir haben jetzt nur noch drei Dinge.
Und die sind aber laut, die sind aktiv. Dann frage ich, was liegt denn noch unter, könnt ihr auch vielleicht mal reintun, was liegt denn unter dem Frust, dem Zorn und dem Genervtsein? Und das ist auch ganz toll, weil ich gebe denen so eine leichte Atemtechnik, machen die auch super mit. Kommen, atmet mal, geht mal tiefer, spürt mal rein, stellt euch mal eine Situation vor.
Das ist eine Situation in Weihnachten, Lebkuchen backen, Baum aufgebaut, alles super nice. Und er merkt so, boah, dann sagt er wieder irgendwas falsch, dann eckt er irgendwo an, dann fällt das um, man muss wieder weggeatmet werden. Dann sage ich, komm, atme mal tiefer, was kommt denn unter dem Frust, was kommt denn unter der Wut? Und dann ist das also ganz, also ich habe richtig volle Hochachtung, dann kriegen er so feuchte Augen und so ein ganz ehrlicher, es gibt ja so einen Computermensch, so ein ganz ehrlicher, der wirklich so seine Arbeit macht und ordentlich und er sagt einfach, ich bin da drunter irgendwie einsam.
Ich bin total traurig, ich sitze dann da zu Hause und denke, boah, wir haben das alles, das ist alles so schön mit den Kindern und es sollte jetzt Weihnachten sein und ich habe keine Verbindung zu ihr. Ja, ich bin irgendwie einsam, sagt er, ich bin irgendwie alleine. Ich bin traurig.
Und das ist total spannend, weil da kippt das um. Das eine, die Wutfrust ist ja noch so, wenn er es leben würde, würde er auf sie losgehen, was er zum Glück nicht macht, machen ja andere Paare. Und wenn er noch tiefer geht, dann merkt er, sein Frust kommt eigentlich nur her, dass er alleine ist, er will eigentlich nur Kontakt.
Den kriegt er aber gar nicht, weil da oben so ein riesen Berg drauf ist, was er alles richtig zu tun hat, so ein riesiges, übermoralisches, so eine Art Über-Ich würde Freud das nennen. Und dann frage ich halt bei ihr, sitzt da mit ihren Locken und dreht dann da so dran rum und beobachtet ihn und dann ist die so, die wird dann so nüchtern, die wird dann so klar irgendwie, also die geht da nicht ins Mitgefühl, sondern die wird irgendwie so ganz klar, also sie wird dann so klar und sagt, weißt du was, ich bin ganz ehrlich, ich bin einfach in der gleichen Situation, die mich auch irgendwie nur verzweifelt und ich wünsche mir eigentlich nur Kontakt und dass es schön ist und ich stehe da alleine zwischen all diesem Lebkuchen, zwischen den Kindern und klar, ich habe die lieb und ich freue mich auch und sehe die Kerzen, aber irgendwie Es nährt mich. Ja, sie ist irgendwie allein, sie sind beide alleine.
Das sage ich dann auch zu den beiden, das ist irgendwie so eine Tragik, dadurch, dass die so bemüht sind und so viel richtig machen wollen und sich so anstrengen, aber diese Einsamkeit wird nicht überwunden. Und das ist auch interessanterweise deren Problem bei der Sexualität, weil die hatten das ja mit der Sexualität auch, weil dann sage ich, weil Sexualität ist ja so ganz nah, ganz eng, ganz intim, deswegen spreche ich das dann auch an und sage, wie ist es bei euch an der Sexualität? Und dann sagt sie, ja, das ist eigentlich ganz ähnlich, das ist ganz ähnlich, also irgendwie wir bemühen uns, wir sprechen drüber, was wollen wir richtig machen, wie wollen wir es machen? Sozusagen, hast du Lust darauf? Richtig, bereiten das gut vor, aber eigentlich bin ich dann, wenn wir es machen, denke ich dann, ich bin froh, wenn es vorbei ist, weil dann ist es wieder gut. Und dann fragen wir ihn, wie ist es bei dir? Ja, mir ist es schon ein bisschen unangenehm, weil ich merke eigentlich, ich merke da schon, dass sie froh ist, wenn es vorbei ist, deswegen beeile ich mich dann.
Dann denkst du, oh nein, stopp, stopp, aber das ist halt auch wieder bei denen so toll, das ist die erste Sitzung, das ist alles in der ersten Sitzung, das passiert alles in der ersten Sitzung. Man muss ja auch wirklich eine Achtung vor den Paaren haben, die so tief reingehen, so viel Vertrauen einem auch geben, also mir geben und sagen frei, komm, wir sind jetzt da, wir machen Real Talk, wir öffnen das Ding, weil wir einfach davon ausgehen, du wirst uns irgendwie schon helfen können. Naja, sie haben schon reflektiert, die sind natürlich auch, weil sie eben so intelligent sind, die haben sich, denke ich, schon mit ihren Problemen auseinander gesetzt, denen hat einfach nur noch so ein bisschen der Blick von außen gefehlt.
Nee, die Emotionalen, das ist neu, das haben die vorher noch nicht ausgesprochen, das ist neu, da waren die vorher noch nicht, also die haben das zwar gespürt, aber die haben das nicht thematisiert. Also die wussten nicht, war es eigentlich unter ihren Gefühlen wie Wut, Aggressivität, aber wie war das dann eigentlich, wo du denen gezeigt hast, okay, unter euren Streitereien liegen Emotionen, war das für die auch schon ein Aha-Moment, oder das wussten die? Eigentlich schon, doch, eigentlich war das schon ein Aha-Moment. Das war schon, oder? Ja, mit dem Frust, das haben sie auch noch mitgekriegt, aber darunter eigentlich diese Einsamkeit, das ist für die beide wirklich Aha.
Also das ist auch der Wendepunkt jetzt in dieser ersten Sitzung, wo die merken, aha, uns geht beiden gleich, wir wollen eigentlich Kontakt. Also es fehlt die Verbindung, genau. Und damit sind wir eigentlich schon bei der Intervention.
Und die bekommst du über Kommunikation nicht alleine. Ja, warum nicht, das ist super spannend, genau, warum nicht, das ist das Zentrum, dieses Podcast. Nein, aber das ist da, darum geht es.
Warum nicht, warum geht das nicht? Naja, über Sprache kannst du jemanden nicht berühren, also nur bis zum gewissen Punkt. Nur bis zum gewissen Punkt. Also über Sprache berühren wir unser Publikum ja hoffentlich.
Ja. Das ist das Einzige, was wir haben hier. Das stimmt, da hast du vollkommen recht, ja, auf eine gewisse Art und Weise, aber wir sind ja jetzt auf einer ganz anderen Ebene.
Wir sind ja auf einer Beziehungsliebesebene. Das ist ja was anderes als jetzt unsere Beziehung zu euch. Aha.
Also das ist ja wie Mutter und Kind, also die Nährung kommt ja über den Körperkontakt, das hatten wir ja schon mal in einer Folge. Mit dem Oxytocin. Ja, wir erinnern uns, da war doch was mit Körperkontakt und so.
Genau, mit dem Körperkontakt und diesem Hormon, was dann ausgebildet wird, wenn man sozusagen kuschelt. Oxytocin. Oxytocin, ja.
Ich weiß nicht, wird so ausgesprochen. Oxytocin. Am Oxen kann man ziehen.
Oxytocin würde ich sagen. Oxytocin, ja. Ich glaube auch.
Ich glaube, ich habe es ja mal im Englisch und da heißt es Oxytocin. Ja, schon. Oxytocin, genau.
Das ist ja dieses Bindungshormon, was ja ausgeprägt wird, wenn ein Baby ganz viel, ich habe ja zum Beispiel in einem anthroposophischen Krankenhaus entbunden und da ist es wirklich ganz, ganz wichtig, dass das Kind nach der Geburt nicht sofort zum Wiegen, Messen und so weiter gerissen wird, sondern dass es erst mal auf deiner Brust liegt. Erst mal Bindung. Und dann natürlich auch andockt und so.
Aber erst mal auch dieses auf der Brust liegen und kuscheln und diese Verbindung haben. Und das kommt eben über die Haut, das ist ja das größte Organ unseres Körpers. Und wenn man sich berührt, dann passiert was unheimlich Interessantes, Anatomisches in uns.
Und wir werden ganz anders Was passiert da? Also ganz genau weiß ich jetzt auch nicht. Okay, dann übernehme ich kurz. Aber es ist genau der Punkt.
Das ist genau das, was halt im Prinzip in vielen Paartherapien wirklich ganz stark übersehen wird, weil wir so intellektuell sind. Oder wo wir dann über Online-Programme arbeiten und so. Und dieses Verbinden über den Körper.
Da ist doch immer diese Geschichte von diesem einen Paar. Das fand ich so klug, das haben die entwickelt quasi. Das fand ich echt toll.
Die haben gesagt, wenn wir ein schwieriges Thema haben, dann legen wir uns immer ins Bett, ziehen uns aus. Und kuscheln. Also richtig Vollkörperkontakt.
Volle Fläche. Und dann geht es aber gar nicht darum, sexuell zu werden, oder intim zu werden. Es geht einfach darum, dass wir gut gebunden sind.
Und wenn wir gut verbunden sind, dann wissen wir, können wir jedes Thema besprechen. Und die kamen zu mir, kann ich mich noch dran erinnern, sie hatte so blonde Locken, auch so blaue Augen und eher ganz kurze Haare. Und die waren nur zwei Sitzungen da.
Und dann haben sie mir das erzählt. Boah, ist das genial. Als ich das gehört habe, dachte ich, wow, das ist das Tool.
Aber, ich bin der Meinung, dass das nur bis zu einem gewissen Grad funktioniert. Ich glaube, das werden wir noch im Laufe der Folge sehen. Aber ich bin der Meinung, dass es... Achso, das Spoiler zu den... Aha, es klappt noch nicht ganz, es reicht noch nicht, oder was? Nein, ohne zu wissen, wie es weitergeht, ist es auch mein Empfinden.
Also du kannst damit... Also pass auf, erst mal ist es so, können wir ja kurz jetzt damit auch den Spannungsbogen jetzt da fertig machen, sozusagen. Das ist definitiv, was du gesagt hast, das ist das, was ich mir den gebe. Ich gebe ihn halt mit, irgendwie quasi diesen Körperkontakt und diese Verbindung.
Und da kommt erst mal jetzt bei diesem Paar, ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht abgewürgt, aber ich wollte dich nicht fertig machen da an dem Punkt. Ob die sich dann in so einer Situation, wenn die so genervt sind und dann auch kurz davor sind zu streiten, ob die es schaffen, aufeinander zuzugehen. Und er sagt, habe ich noch nie gemacht.
Stelle ich mir auch irgendwie schwierig vor, wenn ich die beiden vor Augen habe. Und sie sagt, ja, kann ich schon machen, aber ist halt schwierig, wenn er so wütend und so ärgerlich ist. Ich spüre diesen Frust.
Also eigentlich will ich da gar nicht auf ihn zugehen. Ja, so ein Abstoß, wie so zwei Magnete. Ja, und ich will das eigentlich auch gar nicht.
Und dann frage ich sie aber, und wenn du es machst, was passiert dann? Dann sagt sie ja. Dann frage ich, was passiert denn da mit seinem Wut, dann schmilzt er innerhalb von wenigen Sekunden. Innerhalb von wenigen Sekunden wird aus diesem frustrierten, kopfverkrampften, intellektuell richtig machen wollen, ein ganz weicher Mann und dann, und er sagt ja, das geht total schnell, es geht vom Frust, dann spüre ich ganz kurz diese Einsamkeit, dann bin ich verbunden und dann ist für mich die Welt in Ordnung.
Und dann frage ich sie, wie häufig machst du das denn? Dann sagt sie, naja, vielleicht im Jahr zweimal. Oh, okay. Und dann sage ich, wie häufig machst du das? Und sie sagt, ja, ich gar nicht.
Und ich sage, das ist ja scheiße. Nein, weil es so einfach ist. Schade.
Und dann erzähle ich die Geschichte quasi von dieser großen Stadt mit dem Fluss in der Mitte und es gibt eine Brücke und die führt immer zueinander und das ist immer dieser Körperkontakt. Und das ist dann deren Aufgabe quasi, immer wenn das stattfindet, das zu versuchen, zu machen. Und das, na gut, jetzt darf man noch nicht fertig erzählen, das kommt in die nächste Sitzung.
Ich hätte jetzt aber auch gesagt, warum haben sie es nicht vorher gemacht? Also A, musste sie das immer machen und ich glaube, dass es irgendwann ist ihre Kraft dann auch erschöpft. Also wenn du immer gehst, wenn du immer den Körperkontakt suchst, dann kommt da nichts zurück. Nee, aber da ist nochmal ein ganz anderer Punkt.
Weil die sich so stark, und das ist das ganz Wichtige, also das ist extrem wichtig, dass es bei so vielen Paaren, es wird auch ganz viel bei euch draußen sein, die sind so mit dem Problem beschäftigt. Wer holt die Kinder ab, wer macht die, warum hast du nicht? Die sind so damit intellektuell beschäftigt, die kommen nicht auf die Idee, dass das die Lösung ist. Die Lösung ist jetzt für uns, wenn wir es wissen, so unglaublich einfach, dass man denkt, meine Güte, das ist doch so ein Hund.
Nee, und es gibt, ganz ehrlich, da hinten im Schrank, da steht so viel paterapolische Literatur drin. Es gibt super wenig Bücher, die das empfehlen. Ja, das glaube ich schon.
Das ist ein gesamtes intellektuelles Gebäude mit Steiner und allen anderen und Freud und alle sind dabei und alle denken und machen und forschen mit Jahrhunderten. Aber einfach mal sich nur anzufassen, weil man alleine ist. Weil man sich einsam fühlt.
Und aus der Einsamkeit, wenn man es so denkt, aus der Einsamkeit kommt dann dieses Alleinsein, dann kommt der Frust, dann kommt der Wut, dann kommt die Intellektualisierung und dann kommt die Zahnpastatube, die schon wieder nicht zu ist. Oder die Socken, die wieder irgendwo rumliegen. Und dann geht es um die Socken und um die Spülmaschine und was man nicht hat und was man sich nicht gesehen hat.
Hey, man baut halt Schichten auf und auf eine Mauer irgendwann. Und man beschäftigt sich, und das ist der Kern der Sache, man beschäftigt sich oben mit dieser riesigen Schicht. Deswegen habe ich das so schön immer runtergebrochen.
Damit das auch alle sehen, damit auch alle mitkriegen, ah, dann haben sie eine Riesenschicht, dann haben wir irgendwie nur noch drei Gefühle, die sind dann noch relativ laut und wollen auf einen anderen losgehen. Dann haben wir halt irgendwie zurückgenommene Gefühle, die haben wirklich eher mit mir zu tun, mit Einsamkeit. Und dann haben wir darunter die Bindung.
Und wenn wir die Bindung wieder herstellen, schmilzt der ganze Quatsch zusammen. Und wir kommen halt wirklich zu dem, was ist. Und das Interessante ist, es gibt so viele unterschiedliche Symptombildungen da oben, also so viele Städte, die da oben gebaut sind, aber die Brücke über den Fluss ist immer die Bindung, und es geht immer auf die somatische Ebene.
Und das würde ich einfach sagen, ausprobieren. Testet das, macht das. Ich hasse mal was.
Ich habe ja meine eigene Theorie dazu, aber das werde ich, glaube ich, in der nächsten Folge, wenn wir dann weiterreden. Ja, dann machen wir Madeleines Theorie. Die Madeleine-Theorie.
Ob das, inwieweit das funktioniert und wie lange. Aber ich finde auf jeden Fall den Gedanken sehr richtig und auch sehr einleuchtend. Und es stimmt, viele haben dann einfach auch über die Jahre hinweg im Alltag die Verbindung zueinander verloren.
Und das geht dann nicht mehr über intellektuelles Gequatsche. Obwohl ich ja Kommunikation liebe und Kommunikationstools, und ich glaube, man kann damit schon viele Leute erreichen. Aber wenn es um Liebe geht, dann ist das mehr als einfach nur Sprache.
Kannst du dich daran erinnern, als neulich dein Kind da irgendwie mit diesem Horn hier hatte, wo dir die Stirn offen war? Ein Körperkrankheit, oder? Ja, genau. Da hast du mir doch gesagt, jetzt lass doch mal das Pflaster weg und nimm ihn einfach in den Arm. Genau, weil ich so, jetzt reicht es aber.
Also völlig panisch. Ja, das war genau die Situation eigentlich. Du fummelst am Pflaster und am Pflaster und der Arzt und ich muss noch hier und ich muss noch... Ich so, ey, nimm ihn einfach in den Arm.
Ja, ja, total. Und dann hast du den Arm genommen und dann war Ruhe. Und das ist genau das... Super.
Ich glaube, super. Genau, und das ist genau das. Wir sind so mit dem ganzen Zeug beschäftigt, jetzt sage ich es zum zehntausendsten Mal, aber es ist auch wirklich so zentral, dass wir das Maldienst... Also wenn du nächstes Mal hier abdrehst... ...kannst du ihn einfach mal kurz in den Arm nehmen und eine Viertelstunde heulen lassen.
Das waren nur noch ein paar Minuten, das waren zwei Minuten, da war ja Ruhe. Ja, ich glaube auch, dass die richtige Sprache, also um wirklich an die Substanz des Menschen zu kommen und ihn wirklich zu berühren, geht über die Somatik. Ein ganz, ganz, ganz wichtiger Punkt.
Also nächstes Mal, wenn du mir nicht zuhörst, dann nehme ich dich in den Arm. Ja, das ist so lustig. Okay, also ich glaube... Dann holen wir uns ein Sofa für den Podcast.
Ja, genau. Dann bin ich schneller bei ihm. Ich finde, Couch passt sowieso viel besser zum Therapeuten.
Natürlich! Es ist doch immer der Therapeut auf der Couch. Nee, er muss auf die Couch. Nein, der Klient kommt auf die Couch.
Beim Psychologen ist es doch so. Du liegst immer auf der Couch und der Psychologe sitzt daneben mit seiner Brille, so wie du mit deiner... Also bei mir ist es so, ich liege auf der Couch. Stimmt.
Bei uns ist es so, dass er immer auf der Couch liegt und ich sitze hier und arbeite. Nein, lasst euch nicht verwirren. Ich sitze immer auf einem ganz, ganz harten Stuhl und ganz, ganz gerade, wenn ich arbeite, damit ich auch möglichst absolut präsent bin.
In diesen Stühlen sitzen sonst immer nur die Klienten, also ihr, das sind die Paare. Die Paare kriegen die richtig tollen Superstühle und sitzen auf so einer harten Holzbank. Du sitzt auf der harten Holzbank, ich weiß.
Es haben so viele schon gesagt, Herr Kuhfuss, ist Ihnen das nicht zu hart? Nein, ich muss ja hier arbeiten. Ich muss ja denken. Ich würde auf dem Boden sitzen.
Ja, das stimmt, ja. Einfach um die Verbindung zur Erde zu bekommen. Aber du sitzt auch total gerade.
Ja, muss ich ja, weil du brauchst ja die Verbindung von der Erde zum Himmel. Genau, und die Paare, für die ist es eigentlich ganz gut, wenn die sich so fallen lassen können. Wenn du extra hast, diese Dinge, so lässt sich so fallen.
Na ja gut, weil du ja auch den Raum, das ist ja deine Aufgabe als ein Stück weit auch Paartherapeut, den Raum zu halten. Sie kommen ja zu dir, um endlich mal loszulassen und jemanden haben, der wirklich zuhört, weil du gehst natürlich ja auch vielleicht zu deiner besten Freundin, deinem besten Kumpel und alle hören natürlich zu, aber A, hat keiner die Expertise und B, du bist ja hier, und du guckst halt richtig hin, du hörst halt wirklich zu, nimmst das Ganze auf und kannst sie dann in den Rahmen und natürlich lassen sie sich dann fallen. Das wirst du ja wahrscheinlich auch merken.
Die kommen halt rein, sind erstmal angezogen, hochgeschnürt und dann, sobald du die ersten Schichten wegnimmst, wie von einer Zwiebel, fangen sie dann immer an. Das ist immer das Erste. Das Erste ist, dass man dafür sorgt, dass sich irgendwie alle so halbwegs entspannen.
Und dann geht's los. So wie meine Aufgaben bei dir, damit es hier gut läuft, dass du dich halbwegs entspannst. Jetzt könnt ihr ja mal zu Hause schauen, das mal ausprobieren.
Also wenn ihr oft in Kleinigkeiten euch verstrickt im Alltag und Streitereien aufkommen, erstmal gucken, welche Emotionen liegen überhaupt dahinter. Ich glaube, da erstmal hinzugucken ist auch schon mal spannend. Also Frustration, Wut, Einsamkeit.
Ich glaube, viele können auch ihre Emotionen gar nicht. Also die haben gar nicht gelernt, den Zugang zu ihren Emotionen oder was es überhaupt bedeutet, wenn sie so und so reagieren. Dass da eine Emotion darunter liegt.
Du bist so mit diesen kognitiven Schichten beschäftigt, dass du gar nicht mitkriegst, was da drunter liegt. Was wir hier auch Tolles haben, wir haben ja zwei Schichten. Wir haben einmal diese lauten Gefühle, so wie Wut, Zorn, also Sachen, die auch laut sind, die auf den anderen aggressiv nach außen losgehen.
Und dann haben wir normalerweise, und mit diesen Gefühlen kannst du nicht so gut arbeiten, weil sie so aggressiv sind. Weil sie den anderen ja eigentlich eher verletzen wollen. Das ist ja eher so, man geht raus und haut den anderen.
Du hast auch ein bisschen Verteidigung, glaube ich. Genau, das ist dann die Gegenreaktion. Dann kommt die Verteidigung, und dann kannst du in der Paartherapie halt nicht gut arbeiten, weil die halt einfach gegeneinander laufen.
Und dann hast du aber, wenn du da drunter nochmal gehst, dann kommen immer diese sozusagen, wo eigentlich die Bedürfnisse liegen. Einsamkeit bedeutet, möchte gerne mehr Verbindung. Sozusagen Verzweiflung, ich hätte gerne mehr Unterstützung.
Hilflosigkeit, ich fühle mich überfordert.